Biopsie

In der Urologie spielt die Biopsie eine entscheidende Rolle bei der Diagnose verschiedener Erkrankungen, insbesondere von Prostatakrebs. Durch die Entnahme von Gewebeproben können Ärzte feststellen, ob bösartige Veränderungen vorliegen, und entsprechende Behandlungsstrategien entwickeln.

Prostatabiopsie

Die Prostatabiopsie ist das häufigste Biopsieverfahren in der Urologie. Sie wird empfohlen, wenn der Verdacht auf Prostatakrebs besteht, beispielsweise bei erhöhten PSA-Werten oder auffälligen Tastbefunden. Dabei werden Gewebeproben aus der Prostata entnommen und histologisch untersucht.

Methoden der Prostatabiopsie

  1. Transrektale Ultraschall-gesteuerte Biopsie (TRUS-Biopsie):

    • Durchführung: Eine Ultraschallsonde wird in den Enddarm eingeführt, um die Prostata zu visualisieren. Über eine Nadel werden mehrere Gewebeproben entnommen.
    • Vorteile: Weit verbreitet und in der Regel ambulant durchführbar.
    • Nachteile: Erhöhtes Risiko für Infektionen aufgrund des Zugangs über den Darm.
  2. Transperineale Biopsie:

    • Durchführung: Die Gewebeentnahme erfolgt durch die Haut zwischen Anus und Hodensack (Perineum).
    • Vorteile: Geringeres Infektionsrisiko, da der Darm nicht durchquert wird.
    • Nachteile: Erfordert oft eine Vollnarkose und ist technisch aufwendiger.

Fortschritte in der Biopsietechnik

Moderne Verfahren wie die MRT-Ultraschall-Fusionsbiopsie kombinieren die Bildgebung der Magnetresonanztomographie (MRT) mit Echtzeit-Ultraschall. Dies ermöglicht eine präzisere Lokalisierung und Entnahme von Gewebeproben aus verdächtigen Arealen der Prostata. Studien zeigen, dass diese Methode die Detektionsrate von Prostatakarzinomen erhöht.

Biopsie anderer urologischer Organe

Neben der Prostata können auch andere Organe des Harntrakts biopsiert werden:

  • Nierenbiopsie: Wird durchgeführt, um Nierenerkrankungen zu diagnostizieren oder den Verlauf von Nierentransplantaten zu überwachen.
  • Blasenbiopsie: Erfolgt meist während einer Blasenspiegelung (Zystoskopie) zur Abklärung von Blasentumoren oder chronischen Entzündungen. 

Risiken und Komplikationen

Wie bei jedem invasiven Eingriff können auch bei urologischen Biopsien Komplikationen auftreten:

  • Infektionen: Insbesondere bei transrektalen Prostatabiopsien möglich.
  • Blutungen: Hämaturie (Blut im Urin) oder rektale Blutungen können auftreten.
  • Schmerzen: Vorübergehende Beschwerden an der Einstichstelle sind möglich.

Die Wahl des Biopsieverfahrens sollte individuell anhand des Patientenprofils und des klinischen Verdachts erfolgen. Moderne Techniken wie die MRT-Ultraschall-Fusionsbiopsie bieten dabei eine erhöhte Genauigkeit und Sicherheit.

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