Chronische Beckenbodenschmerzen

Chronische Beckenbodenschmerzen sind andauernde Schmerzzustände im Bereich des Beckenbodens, die sowohl Männer als auch Frauen betreffen können. Diese Schmerzen können sich auf die Harnröhre, Prostata, Blase, Leistengegend und den Dammbereich auswirken. Männer erleben diese Schmerzen oft als ziehend und drückend vom Damm bis in den Penis und die Hoden, während Frauen von brennenden Schmerzen im Bereich der äußeren Geschlechtsorgane berichten, die sich bis in den After ausdehnen können​.

Ursachen chronischer Beckenbodenschmerzen

Die genauen Ursachen sind oft schwer zu bestimmen und können vielfältig sein. Zu den möglichen Ursachen gehören Muskelverspannungen, Nervenirritationen, Entzündungen und Verletzungen. Auch psychische Faktoren wie Stress und Angst können eine Rolle spielen. Oft bleibt die genaue Ursache unklar, und es wird von einem multifaktoriellen Geschehen ausgegangen.

Symptome chronischer Beckenbodenschmerzen

  • Schmerzen im Bereich des Damms, der Harnröhre, Prostata, Blase oder der Leistengegend.
  • Schmerzen, die sich beim Sitzen, Geschlechtsverkehr oder Wasserlassen verschlimmern.
  • Druck- und Spannungsgefühl im Beckenbereich.
  • Schwierigkeiten beim Wasserlassen oder Stuhlgang.

Diagnose chronischer Beckenbodenschmerzen

Die Diagnose erfolgt durch eine ausführliche Anamnese und körperliche Untersuchung durch einen Urologen. Zusätzliche diagnostische Maßnahmen können bildgebende Verfahren wie Ultraschall, MRT und spezialisierte Tests zur Beckenbodenfunktion umfassen. Ein Blasentagebuch und Fragebögen zur Schmerzbewertung können ebenfalls hilfreich sein.

Behandlungsmöglichkeiten bei chronischen Beckenbodenschmerzen

Konservativ: Die Behandlung umfasst physikalische Therapie, Biofeedback, Beckenboden-Elektrostimulation und Triggerpunkt-Therapie. Komplementärmedizinische Methoden wie Phytotherapie (Pflanzenheilkunde), Cranio-Sacrale Therapie und Akupunktur können ebenfalls eingesetzt werden. 

Medikamente: Krampflösende und schmerzlindernde Medikamente werden häufig empfohlen, um die Beschwerden zu lindern. 

Ergonomische Hilfsmittel: Sitzkissen oder andere unterstützende Geräte können helfen, den Druck auf den Beckenboden zu reduzieren. 

Psychotherapie: Bei psychischen Ursachen oder als unterstützende Maßnahme kann eine Psychotherapie hilfreich sein.

Präventionsmaßnahmen bei chronischen Beckenbodenschmerzen

Eine regelmäßige Beckenbodengymnastik zur Stärkung der Beckenbodenmuskulatur kann vorbeugend wirken. Stressmanagement-Techniken wie Yoga oder Meditation und die Vermeidung von übermäßigem Druck auf den Beckenboden durch langes Sitzen oder schweres Heben sind ebenfalls wichtig.


Häufige Patientenfragen zu chronischen Beckenbodenschmerzen

Chronische Beckenbodenschmerzen können durch verschiedene Faktoren wie Muskelverspannungen, Nervenirritationen oder frühere Operationen verursacht werden.

Behandlungsmöglichkeiten umfassen Physiotherapie, Schmerztherapie und in einigen Fällen psychologische Unterstützung.

Ja, Stress kann die Symptome verschlimmern, da er Muskelverspannungen im Beckenbodenbereich erhöhen kann.

Die Prognose variiert; mit geeigneter Therapie können die Symptome jedoch oft deutlich gelindert werden.

Eine ausgewogene Ernährung kann helfen, Entzündungen zu reduzieren und die allgemeine Gesundheit zu fördern, was indirekt die Symptome beeinflussen kann.

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