Urologenzentrum Wien - Dranginkontinenz bei einer Person, Hände im Bereich der Blase.

Dranginkontinenz

Dranginkontinenz, auch als Urgeinkontinenz bekannt, ist eine Form der Harninkontinenz, bei der es zu einem plötzlichen, intensiven Harndrang kommt, gefolgt von einem ungewollten Harnverlust. Betroffene haben oft nicht genug Zeit, um rechtzeitig die Toilette zu erreichen. Diese Form der Inkontinenz wird durch eine überaktive Blase verursacht, die unwillkürlich Kontraktionen ausführt.

Ursachen von Dranginkontinenz

Dranginkontinenz kann durch verschiedene Faktoren und Erkrankungen verursacht werden, darunter:

  • Überaktive Blase: Häufig die Hauptursache, bei der die Blase unwillkürlich zusammenzieht, auch wenn sie nicht voll ist.
  • Neurologische Erkrankungen: Erkrankungen wie Parkinson, Multiple Sklerose oder Schlaganfälle, die die Nervenfunktion beeinträchtigen.
  • Blasenentzündungen: Akute oder chronische Harnwegsinfektionen, die die Blase reizen.
  • Reizende Lebensmittel und Getränke: Koffein, Alkohol, Zitrusfrüchte und scharfe Speisen können die Blase reizen und Dranginkontinenz verschlimmern.

Symptome von Dranginkontinenz

  • Plötzlicher, intensiver Harndrang, der schwer zu kontrollieren ist
  • Häufiges Wasserlassen, oft mehr als 8 Mal am Tag
  • Nächtlicher Harndrang (Nykturie), der zu Schlafunterbrechungen führt
  • Unwillkürlicher Harnverlust, bevor die Toilette erreicht wird

Diagnose von Dranginkontinenz

Die Diagnose erfolgt durch eine Kombination aus Anamnese, körperlicher Untersuchung und urologischen Tests. Zu den diagnostischen Methoden gehören eine Urinanalyse, um Infektionen oder andere Probleme auszuschließen, und eine Blasendruckmessung (Urodynamik), um die Funktion der Blase und den Harnfluss zu bewerten. In einigen Fällen kann eine Zystoskopie durchgeführt werden, um die Blase von innen zu untersuchen.

Behandlungsmöglichkeiten bei Dranginkontinenz

  • Blasentraining: Eine häufige Behandlungsmethode ist das Blasentraining, bei dem der Betroffene lernt, den Harndrang besser zu kontrollieren und die Zeitintervalle zwischen dem Wasserlassen zu verlängern.
  • Medikamentöse Therapie: Anticholinergika und andere Medikamente werden häufig verschrieben, um die Blasenmuskulatur zu entspannen und die Häufigkeit unwillkürlicher Blasenkontraktionen zu reduzieren.
  • Botox-Injektionen: In schweren Fällen können Botox-Injektionen in die Blasenwand helfen, die Muskeln zu entspannen und den Drang zu verringern.
  • Nervenstimulation (Neuromodulation): Ein minimalinvasiver Eingriff, bei dem Nerven, die die Blasenfunktion steuern, stimuliert werden, um die Kontrolle über den Harndrang zu verbessern.

Präventionsmaßnahmen bei Dranginkontinenz

Eine gesunde Blase kann durch den Verzicht auf blasenreizende Substanzen wie Koffein und Alkohol gefördert werden. Regelmäßige Bewegung und der Erhalt eines gesunden Gewichts können ebenfalls zur Prävention beitragen. Es ist auch hilfreich, regelmäßig die Blase zu entleeren und ein Blasentraining durchzuführen, um den Harndrang besser zu kontrollieren.


Häufige Patientenfragen zur Dranginkontinenz

Veränderungen wie Gewichtsreduktion, Reduzierung des Koffein- und Alkoholkonsums sowie regelmäßiges Beckenbodentraining können die Symptome verbessern.

Ja, es gibt Medikamente, die die Blasenmuskulatur entspannen und so den Harndrang reduzieren können.

Ja, neurologische Erkrankungen wie Multiple Sklerose oder Parkinson können zu einer überaktiven Blase und somit zu Dranginkontinenz führen.

Blasentraining kann helfen, die Blasenkapazität zu erhöhen und den Harndrang besser zu kontrollieren.

In schweren Fällen kann ein chirurgischer Eingriff in Betracht gezogen werden, um die Symptome zu lindern.

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