Urologenzentrum Wien - Gleithoden bei einem Patienten, Untersuchung des Hodenbereichs.

Gleithoden

Der Gleithoden ist eine Form des Hodenhochstands, bei dem der Hoden zwar in den Hodensack herabsteigen kann, jedoch nicht dauerhaft dort verbleibt und wieder in die Leiste zurückgleitet. Diese Lageanomalie kann im Kindesalter auftreten und erfordert in einigen Fällen eine medizinische Intervention, um spätere Komplikationen zu vermeiden.

Ursachen von Gleithoden

Die Hauptursache für den Gleithoden ist eine eingeschränkte Elastizität des Samenstrangs oder eine erhöhte Aktivität des Kremastermuskels, der den Hoden in die Leiste zieht. Diese Anomalie kann angeboren sein oder sich im Laufe der frühen Kindheit entwickeln.

Symptome von Gleithoden

  • Der Hoden lässt sich in den Hodensack ziehen, gleitet jedoch wieder in die Leiste zurück
  • Der Hoden verbleibt nicht dauerhaft im Hodensack
  • In der Regel keine Schmerzen oder Beschwerden im Alltag

Diagnose von Gleithoden

Die Diagnose eines Gleithodens erfolgt in der Regel durch eine körperliche Untersuchung. Der Arzt wird prüfen, ob sich der Hoden in den Hodensack ziehen lässt und wie lange er dort verbleibt. Bildgebende Verfahren wie Ultraschall können zur weiteren Untersuchung eingesetzt werden, um den Zustand des Hodens und seiner umgebenden Strukturen zu bewerten.

Behandlungsmöglichkeiten bei Gleithoden

  • Beobachtung: In einigen Fällen kann sich der Gleithoden mit dem Wachstum des Kindes von selbst normalisieren. Regelmäßige Kontrollen sind notwendig, um die Entwicklung zu beobachten.
  • Operativ: Wenn der Hoden nicht dauerhaft im Hodensack verbleibt, kann eine Operation (Orchidopexie) erforderlich sein, um den Hoden im Hodensack zu fixieren und Komplikationen wie Unfruchtbarkeit oder Hodenkrebs im Erwachsenenalter zu verhindern.

Präventionsmaßnahmen bei Gleithoden

Da der Gleithoden meist angeboren ist, gibt es keine spezifischen Maßnahmen zur Prävention. Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen sind jedoch wichtig, um den Zustand frühzeitig zu erkennen und mögliche Komplikationen zu verhindern.


Häufige Patientenfragen zum Gleithoden

Ein unbehandelter Gleithoden kann das Risiko für Unfruchtbarkeit und Hodenkrebs im späteren Leben erhöhen. Zudem kann er durch die wiederholte Fehlpositionierung zu Beschwerden oder Schmerzen führen.

Es gibt keine speziellen Übungen, die einen Gleithoden dauerhaft beeinflussen können. In einigen Fällen können manuelle Techniken zur vorübergehenden Korrektur helfen, jedoch erfordert ein Gleithoden meist eine ärztliche Behandlung. 

Bei Kindern wird der Gleithoden häufig früh diagnostiziert, und es besteht eine größere Chance, dass sich der Hoden mit der Zeit korrekt positioniert. Bei Erwachsenen kann ein Gleithoden zu stärkeren Beschwerden führen und das Risiko für Langzeitfolgen erhöhen, weshalb hier oft eine chirurgische Behandlung empfohlen wird.

Bei kleinen Kindern kann sich ein Gleithoden in einigen Fällen mit der Zeit in die korrekte Position bewegen. Wenn dies jedoch nicht geschieht, kann eine ärztliche Behandlung erforderlich sein, um den Hoden dauerhaft in den Hodensack zu verlagern.

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