Urologenzentrum Wien - Harnleiterentzündung bei einer Person, Darstellung der Harnwege.

Harnleiterentzündung

Eine Harnleiterentzündung, auch als Ureteritis bekannt, ist eine seltene Entzündung eines oder beider Harnleiter (Ureter), die die Nieren mit der Blase verbinden und den Urin transportieren. Diese Erkrankung ist häufig mit Infektionen der Harnwege verbunden, die sich aus der Blase oder den Nieren ausbreiten können. Die Entzündung der Harnleiter kann zu unangenehmen Symptomen führen und erfordert ärztliche Behandlung.

Ursachen von Harnleiterentzündung

Die häufigsten Ursachen einer Harnleiterentzündung sind:

  • Harnwegsinfektionen (HWI): Bakterielle Infektionen, die in der Blase beginnen (z.B. Zystitis), können sich auf die Harnleiter ausbreiten und eine Entzündung verursachen. Auch eine aufsteigende Infektion aus den Nieren (z.B. Pyelonephritis) kann den Harnleiter betreffen.
  • Nierensteine (Nephrolithiasis): Steine in den Harnwegen, insbesondere in den Nieren oder Harnleitern, können die Wände der Harnleiter reizen und zu einer Entzündung führen.
  • Medizinische Eingriffe: Eingriffe wie die Einführung von Harnkathetern oder die Anwendung von Instrumenten während einer Ureteroskopie können eine Reizung und Entzündung der Harnleiter verursachen.

Symptome von Harnleiterentzündung

  • Schmerzen in der Seite oder im unteren Rückenbereich
  • Brennen oder Schmerzen beim Wasserlassen
  • Häufiges Wasserlassen oder ein starker Harndrang
  • Blut im Urin (Hämaturie)
  • Fieber und allgemeines Unwohlsein bei bakteriellen Infektionen

Diagnose von Harnleiterentzündung

Die Diagnose beginnt mit einer Anamnese und körperlichen Untersuchung, bei der der Arzt nach den typischen Symptomen wie Schmerzen, Fieber oder Beschwerden beim Wasserlassen fragt. Eine Urinanalyse wird durchgeführt, um das Vorhandensein von Bakterien, Blut oder anderen Anomalien festzustellen, die auf eine Entzündung der Harnwege hinweisen. Bildgebende Verfahren wie Ultraschall, Röntgenaufnahmen oder CT-Scans können notwendig sein, um das Ausmaß der Entzündung zu bestimmen oder das Vorhandensein von Nierensteinen oder anderen Blockaden in den Harnleitern zu überprüfen. In einigen Fällen kann eine weitere Untersuchung, wie die Ureteroskopie, durchgeführt werden, um den Harnleiter direkt zu inspizieren und eventuelle Ursachen der Entzündung zu identifizieren.

Behandlungsmöglichkeiten bei Harnleiterentzündung

  • Antibiotika: Bei bakteriellen Infektionen werden Antibiotika verschrieben, um die Infektion zu bekämpfen.
  • Schmerzlinderung: Schmerzmittel oder entzündungshemmende Medikamente können zur Linderung der Symptome beitragen.
  • Steinbehandlung: Wenn Nierensteine die Ursache der Entzündung sind, kann eine Behandlung zur Entfernung oder Zerkleinerung der Steine erforderlich sein (z.B. Stoßwellenlithotripsie).
  • Flüssigkeitszufuhr: Ausreichendes Trinken hilft, die Harnwege durchzuspülen und die Heilung zu unterstützen.

Prävention von Harnleiterentzündung

Um das Risiko einer Harnleiterentzündung zu verringern, sollten Infektionen der Harnwege frühzeitig behandelt werden. Außerdem kann eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr helfen, Nierensteine und Harnwegsinfektionen zu verhindern. Bei wiederkehrenden Infektionen sollte eine medizinische Untersuchung durchgeführt werden, um zugrunde liegende Ursachen zu klären.


Häufige Patientenfragen zur Harnleiterentzündung

Die Symptome einer Harnleiterentzündung (Ureteritis) umfassen typischerweise starke Schmerzen im Bereich der Flanken oder des Unterbauchs, häufiges Wasserlassen und möglicherweise Fieber. Im Gegensatz dazu treten bei einer Blasenentzündung (Zystitis) vorwiegend Symptome wie Brennen beim Wasserlassen, häufiges Harndrang und das Gefühl, die Blase nicht vollständig entleeren zu können, auf.

Ja, Harnleiterentzündungen können chronisch werden, insbesondere wenn sie nicht adäquat behandelt werden oder wenn zugrunde liegende Erkrankungen wie anatomische Anomalien oder wiederkehrende Harnwegsinfektionen vorliegen.

Bei einer Harnleiterentzündung werden häufig Antibiotika verschrieben, um die zugrunde liegende bakterielle Infektion zu behandeln. Zudem können Schmerzmittel und entzündungshemmende Medikamente eingesetzt werden, um die Symptome zu lindern.

Ja, alternative Heilmethoden können die Heilung unterstützen. Dazu gehören das Trinken von viel Wasser, um die Harnwege zu spülen, der Konsum von Cranberrysaft zur Verringerung von Harnwegsinfektionen, sowie pflanzliche Präparate wie Brennnessel oder Goldrute. Diese sollten jedoch immer in Absprache mit einem Arzt angewendet werden.

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