Urologenzentrum Wien - Harnleitertumor bei einer Person, die Schmerzen im Unterleib hat.

Harnleitertumor

Ein Harnleitertumor ist eine seltene Form von Tumoren, die den Harnleiter (Ureter) betreffen, das Rohr, das den Urin von den Nieren zur Blase transportiert. Diese Tumoren können gutartig oder bösartig sein, wobei die meisten bösartigen Tumoren Urothelkarzinome sind, die von der Schleimhaut des Harnleiters ausgehen. Die Erkrankung tritt häufiger bei älteren Menschen auf und ist eng mit Harnblasenkrebs verwandt.

Ursachen von Harnleitertumor

Die genauen Ursachen für Harnleitertumoren sind noch nicht vollständig geklärt, aber bestimmte Risikofaktoren erhöhen die Wahrscheinlichkeit ihrer Entstehung. Langfristige Reizungen oder Schädigungen der Harnwege können zur Entwicklung von Tumoren führen. Auch genetische Faktoren und Lebensstil spielen eine Rolle.

  • Rauchen: Rauchen ist einer der größten Risikofaktoren für die Entwicklung von Harnleitertumoren, da krebserregende Substanzen über den Urin die Harnwege schädigen.
  • Chronische Harnwegsinfektionen: Wiederkehrende Entzündungen oder Infektionen der Harnwege können das Risiko für Tumoren im Ureter erhöhen.
  • Exposition gegenüber Chemikalien: Der Kontakt mit bestimmten Chemikalien, insbesondere in der chemischen Industrie, kann das Risiko für die Entwicklung von Tumoren in den Harnwegen erhöhen.
  • Genetische Prädisposition: Einige Menschen haben eine erbliche Veranlagung zur Entwicklung von Urothelkarzinomen.
  • Nieren- oder Harnblasenkrebs: Menschen mit einer Vorgeschichte von Nieren- oder Harnblasenkrebs haben ein höheres Risiko, auch Harnleitertumoren zu entwickeln.

Symptome von Harnleitertumor

  • Blut im Urin (Hämaturie)
  • Schmerzen im unteren Rücken oder in der Seite
  • Häufiges oder schmerzhaftes Wasserlassen
  • Unerklärlicher Gewichtsverlust
  • Müdigkeit oder allgemeines Unwohlsein

Diagnose von Harnleitertumor

Die Diagnose eines Harnleitertumors beginnt mit einer gründlichen Anamnese und körperlichen Untersuchung. Der Arzt kann eine Reihe von Tests anordnen, um den Tumor zu erkennen und seinen Schweregrad zu bestimmen. Dazu gehören:

  • Urinanalyse: Um das Vorhandensein von Blut oder Krebszellen im Urin festzustellen.
  • Bildgebende Verfahren: Ultraschall, CT oder MRT können verwendet werden, um die Größe und Lage des Tumors zu bestimmen.
  • Ureteroskopie: Eine endoskopische Untersuchung des Harnleiters ermöglicht es, den Tumor direkt zu sehen und eine Gewebeprobe (Biopsie) zu entnehmen.
  • Zytologie: Die Untersuchung von Zellen aus dem Urin kann Hinweise auf bösartige Tumoren geben.

Behandlungsmöglichkeiten bei Harnleitertumor

Die Behandlung von Harnleitertumoren hängt von der Größe, dem Stadium und der Ausbreitung des Tumors ab. Das Ziel der Behandlung ist es, den Tumor zu entfernen und seine Ausbreitung zu verhindern, während die Funktion der Harnwege erhalten bleibt. Je nach Schweregrad können folgende Optionen in Betracht gezogen werden:

  • Chirurgische Entfernung: Die häufigste Behandlung ist die operative Entfernung des Tumors. Dies kann von einer Teilresektion des Harnleiters bis hin zur vollständigen Entfernung des betroffenen Ureters und der Niere (Nephroureterektomie) reichen.
  • Endoskopische Entfernung: In einigen Fällen, insbesondere bei kleineren Tumoren, kann der Tumor endoskopisch entfernt werden, was weniger invasiv ist.
  • Strahlentherapie: Nach der Operation kann Strahlentherapie eingesetzt werden, um verbleibende Krebszellen zu zerstören.
  • Chemotherapie: Bei fortgeschrittenen Tumoren oder zur Vorbeugung von Rezidiven kann eine systemische Chemotherapie verabreicht werden.
  • Immuntherapie: In einigen Fällen kann eine Immuntherapie eingesetzt werden, um das Immunsystem zu aktivieren und Krebszellen zu bekämpfen.

Präventionsmaßnahmen bei Harnleitertumor

Zur Vorbeugung von Harnleitertumoren sollte auf das Rauchen verzichtet werden, da dies einer der größten Risikofaktoren ist. Regelmäßige ärztliche Untersuchungen, insbesondere bei Menschen mit einer Vorgeschichte von Harnwegsinfektionen oder Blasen- und Nierenkrebs, können helfen, Probleme frühzeitig zu erkennen. Der Schutz vor dem Kontakt mit gefährlichen Chemikalien in der Arbeitsumgebung ist ebenfalls wichtig.


Häufige Patientenfragen zu Harnleitertumoren

Ja, Harnleitertumoren können asymptomatisch sein und werden oft zufällig bei Routineuntersuchungen entdeckt.

Rauchen und der Kontakt mit bestimmten Chemikalien, wie aromatischen Aminen in Farben und Lacken, erhöhen das Risiko für Harnleitertumoren.

Die Diagnose erfolgt häufig durch bildgebende Verfahren wie Computertomographie (CT) und endoskopische Untersuchungen, bei denen Gewebeproben entnommen werden können.

Je nach Tumorstadium reicht die Behandlung von minimal-invasiven Lasertherapien bis zur operativen Entfernung des betroffenen Harnleiters und der Niere.

Frühzeitig erkannte Harnleitertumoren haben bessere Heilungschancen; die Prognose hängt jedoch vom Tumorstadium und der Aggressivität ab.

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