Urologenzentrum Wien - Harnröhrenentzündung (Urethritis) bei einer Person, Darstellung der Harnwege.

Harnröhrenentzündungen

Harnröhrenentzündungen, auch als Urethritis bezeichnet, sind Entzündungen der Harnröhre, die sowohl bei Männern als auch bei Frauen auftreten können. Die Entzündung wird meist durch Bakterien oder sexuell übertragbare Infektionen (STIs) wie Chlamydien oder Gonorrhö verursacht. Unbehandelt kann eine Urethritis zu schwerwiegenden Komplikationen wie Harnwegsinfektionen oder entzündlichen Erkrankungen des Beckens führen.

Ursachen von Harnröhrenentzündungen

Harnröhrenentzündungen werden häufig durch sexuell übertragbare Bakterien wie Chlamydia trachomatis und Neisseria gonorrhoeae verursacht. Nicht-sexuell übertragene Ursachen sind bakterielle Infektionen aus dem Darm (z.B. Escherichia coli), Reizungen durch chemische Substanzen wie Seifen oder Spermizide, sowie mechanische Verletzungen der Harnröhre durch Katheter oder medizinische Instrumente.

Symptome von Harnröhrenentzündungen

  • Schmerzen oder Brennen beim Wasserlassen
  • Häufiger Harndrang
  • Ausfluss aus der Harnröhre (möglicherweise eitrig oder klar)
  • Juckreiz oder Reizung im Genitalbereich
  • Schmerzen beim Geschlechtsverkehr

Diagnose von Harnröhrenentzündungen

Die Diagnose einer Urethritis erfolgt durch eine körperliche Untersuchung und Labortests. Ein Abstrich aus der Harnröhre oder eine Urinprobe wird auf das Vorhandensein von Bakterien oder anderen Krankheitserregern untersucht. In Fällen von sexuell übertragbarer Urethritis werden Tests auf Infektionen wie Chlamydien, Gonorrhö oder Trichomoniasis durchgeführt, um die Ursache der Entzündung zu identifizieren.

Behandlungsmöglichkeiten bei Harnröhrenentzündungen

  • Antibiotika: Die Behandlung richtet sich nach der Ursache der Infektion. Bakterielle Harnröhrenentzündungen werden in der Regel mit Antibiotika behandelt, wobei der Erreger bestimmt wird, um das passende Medikament zu verschreiben. Bei sexuell übertragbaren Infektionen wie Chlamydien oder Gonorrhö werden häufig Antibiotika wie Azithromycin, Doxycyclin oder Ceftriaxon eingesetzt.
  • Antimikrobielle Mittel: Bei nicht-bakteriellen Ursachen, wie z.B. Pilzinfektionen, können antimykotische Mittel oder antivirale Medikamente verschrieben werden.
  • Schmerzlinderung: Schmerzmittel oder entzündungshemmende Medikamente können bei der Linderung von Beschwerden helfen.

Präventionsmaßnahmen bei Harnröhrenentzündungen

Die beste Prävention gegen Harnröhrenentzündungen ist die Verwendung von Kondomen beim Geschlechtsverkehr, um das Risiko sexuell übertragbarer Infektionen zu verringern. Außerdem sollten aggressive Chemikalien im Intimbereich vermieden werden, und bei mechanischen Eingriffen wie der Katheterisierung ist auf strenge Hygiene zu achten. Regelmäßige Untersuchungen auf sexuell übertragbare Krankheiten und eine frühzeitige Behandlung bei ersten Anzeichen einer Entzündung können ebenfalls helfen, schwerwiegende Komplikationen zu verhindern.


Häufige Patientenfragen zur Harnröhrenentzündung (Urethritis)

Zur Vorbeugung einer Harnröhrenentzündung sollten gute Hygienepraktiken beachtet werden, wie regelmäßiges Waschen des Genitalbereichs, das Trinken von ausreichend Wasser, der Verzicht auf enge Kleidung und das Vermeiden von irritierenden Chemikalien. Auch der Schutz bei sexuellem Kontakt durch Kondome kann das Risiko verringern.

Die Heilungsdauer einer Harnröhrenentzündung variiert je nach Ursache und Schwere der Entzündung. Bei bakteriellen Infektionen kann eine Behandlung mit Antibiotika in der Regel innerhalb von 7 bis 14 Tagen zu einer Besserung führen.

In bestimmten Fällen, wie bei nicht-infektiösen Harnröhrenentzündungen, können Symptome durch Ruhe, Flüssigkeitszufuhr und schmerzlindernde Mittel gelindert werden. Eine spezifische Behandlung sollte jedoch immer mit einem Arzt besprochen werden.

Hausmittel, die bei einer Harnröhrenentzündung hilfreich sein können, sind das Trinken von Cranberrysaft, der entzündungshemmend wirkt, und das Einnehmen von ausreichenden Flüssigkeiten, um die Harnwege zu spülen. Sitzbäder mit Kamille oder warmem Wasser können ebenfalls zur Linderung von Beschwerden beitragen.

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