Urologenzentrum Wien - Harnröhrenklappe bei einem Säugling, Harnleiterbeschwerden.

Harnröhrenklappe

Die Harnröhrenklappe, medizinisch als Posterior Urethralklappen bezeichnet, ist eine angeborene Fehlbildung bei Jungen, bei der sich membranartige Gewebeklappen in der Harnröhre befinden. Diese Klappen behindern den normalen Harnfluss aus der Blase, was zu schwerwiegenden Problemen im Harntrakt und Nieren führen kann, wenn es nicht rechtzeitig behandelt wird. Es handelt sich um eine seltene, aber ernsthafte urologische Erkrankung, die eine frühzeitige Diagnose und Behandlung erfordert.

Ursachen von Harnröhrenklappe

Harnröhrenklappen sind eine angeborene Fehlbildung, deren genaue Ursachen noch nicht vollständig bekannt sind. Sie entstehen während der fetalen Entwicklung, wenn sich die Gewebeklappen in der Harnröhre nicht richtig auflösen. Diese Fehlbildung kann den Harnfluss blockieren und Druck auf die Blase und Nieren ausüben.

Symptome von Harnröhrenklappe

  • Schwacher oder unterbrochener Harnstrahl
  • Anstrengung beim Wasserlassen
  • Wiederkehrende Harnwegsinfektionen
  • Aufgeblähter Bauch aufgrund einer vergrößerten Blase
  • In schweren Fällen Nierenversagen oder Hydronephrose (Schwellung der Nieren durch Harnstau)

Diagnose von Harnröhrenklappe

Die Diagnose wird oft in der pränatalen Phase durch Ultraschall gestellt, wenn eine vergrößerte Blase oder Flüssigkeitsansammlung in den Nieren (Hydronephrose) beobachtet wird. Nach der Geburt wird die Diagnose durch weitere bildgebende Verfahren wie eine Miktionszystourethrographie (MCUG) bestätigt, bei der die Harnröhre und Blase mittels Kontrastmittel und Röntgen sichtbar gemacht werden.

Behandlungsmöglichkeiten bei Harnröhrenklappe

  • Operative Behandlung: Die häufigste Behandlungsmethode ist die endoskopische Entfernung oder Durchtrennung der Harnröhrenklappen mit einem speziellen Instrument. Dieser Eingriff wird in der Regel so früh wie möglich durchgeführt, um den Harnfluss wiederherzustellen und Nierenschäden zu verhindern.
  • Langzeitüberwachung: Kinder mit Harnröhrenklappen benötigen oft eine langfristige medizinische Überwachung, um sicherzustellen, dass die Nieren- und Blasenfunktion normal bleibt und es nicht zu wiederkehrenden Harnwegsinfektionen oder anderen Komplikationen kommt.

Präventionsmaßnahmen bei Harnröhrenklappe

Da es sich um eine angeborene Fehlbildung handelt, gibt es keine spezifischen Maßnahmen zur Prävention. Eine frühzeitige Diagnose und rechtzeitige Behandlung sind entscheidend, um langfristige Schäden an den Nieren und der Blase zu verhindern.


Häufige Patientenfragen zur Harnöhrenklappe

Die ersten Anzeichen einer Harnröhrenklappe können Schwierigkeiten beim Wasserlassen, ein schwacher Harnstrahl, häufiges Wasserlassen oder Harnverhalt sein. Eltern können auch Veränderungen im Verhalten des Kindes, wie Unruhe oder Schmerzen beim Wasserlassen, bemerken.

Die Diagnose einer Harnröhrenklappe erfolgt in der Regel durch eine Kombination aus Anamnese, körperlicher Untersuchung und bildgebenden Verfahren wie Ultraschall oder urodynamischen Tests, um die Harnwege und den Harnfluss zu bewerten.

Eine Harnröhrenklappe erfordert in den meisten Fällen eine chirurgische Behandlung, um die Blockade zu beseitigen. In seltenen Fällen können unterstützende Maßnahmen wie eine Blasenkatheterisierung zur Entlastung des Harnwegs eingesetzt werden, jedoch ist dies keine dauerhafte Lösung.

Eine Harnröhrenklappe kann das Wasserlassen bei Kindern erheblich beeinträchtigen. Sie kann zu Schmerzen, häufigem Harndrang und unvollständiger Blasenentleerung führen. In schweren Fällen kann es auch zu Harnverhalt und wiederholten Harnwegsinfektionen kommen.

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