Urologenzentrum Wien - Harnstau bei einer Person, Unwohlsein beim Toilettengang.

Harnstau

Harnstau, medizinisch als Hydronephrose bezeichnet, ist ein Zustand, bei dem der Urinabfluss aus den Nieren behindert ist, was zu einer Ansammlung von Urin und einer Vergrößerung der Nieren führt. Dies kann eine oder beide Nieren betreffen und verschiedene Ursachen haben. Ein unbehandelter Harnstau kann zu dauerhaften Nierenschäden und Funktionsverlust führen, weshalb eine frühzeitige Diagnose und Behandlung entscheidend sind.

Ursachen von Harnstau (Hydronephrose)

Die häufigsten Ursachen von Harnstau sind:

  • Harnsteine (Nephrolithiasis): Nierensteine können den Harnabfluss blockieren, insbesondere wenn sie in den Harnleiter gelangen und diesen verstopfen.
  • Harnleiterverengung (Ureterstriktur): Eine Verengung des Harnleiters, oft durch Narbengewebe, kann den Urinfluss aus der Niere behindern.
  • Tumore: Gutartige oder bösartige Tumore in der Niere, Blase oder den Harnwegen können auf die Harnleiter drücken und den Urinfluss blockieren.
  • Prostatavergrößerung (benigne Prostatahyperplasie, BPH): Eine vergrößerte Prostata kann den Harnfluss blockieren, was zu einem Rückstau des Urins in die Nieren führen kann.
  • Schwangerschaft: Der Druck des wachsenden Uterus auf die Harnleiter kann bei Schwangeren zu einem Harnstau führen.

Symptome von Harnstau (Hydronephrose)

  • Schmerzen im unteren Rücken- oder Seitenbereich (Flankenschmerzen), die plötzlich auftreten oder allmählich schlimmer werden
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Schmerzen oder Schwierigkeiten beim Wasserlassen
  • Häufiges Wasserlassen in kleinen Mengen
  • Blut im Urin (Hämaturie)
  • Fieber und Schüttelfrost bei gleichzeitiger Infektion der Harnwege

Diagnose von Harnstau (Hydronephrose)

Die Diagnose beginnt mit einer körperlichen Untersuchung und einer Erhebung der Krankengeschichte. Folgende diagnostische Tests können durchgeführt werden:

  • Urinanalyse: Um das Vorhandensein von Blut, Bakterien oder anderen Anomalien im Urin zu überprüfen.
  • Bildgebende Verfahren: Ultraschall ist das häufigste Verfahren zur Erkennung eines Harnstaus und der Vergrößerung der Nieren. Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT) können ebenfalls verwendet werden, um die Ursache der Obstruktion genauer zu bestimmen.
  • Nierenfunktionstests: Bluttests zur Überprüfung der Nierenfunktion können helfen festzustellen, wie stark die Nieren durch den Harnstau beeinträchtigt sind.

Behandlungsmöglichkeiten bei Harnstau (Hydronephrose)

Die Behandlung hängt von der zugrunde liegenden Ursache des Harnstaus ab:

  • Entfernung von Harnsteinen: Wenn Harnsteine die Ursache sind, können sie durch Stoßwellenlithotripsie (Zertrümmerung der Steine mit Schallwellen) oder durch eine endoskopische Operation entfernt werden.
  • Katheterisierung oder Drainage: In akuten Fällen kann ein Harnleiterschienung (Stent) oder eine Nephrostomie (Drainage durch die Haut) durchgeführt werden, um den Urinfluss wiederherzustellen und den Druck auf die Nieren zu reduzieren.
  • Chirurgische Korrektur: Bei strukturellen Problemen wie Harnleiterverengungen oder Tumoren kann ein chirurgischer Eingriff notwendig sein, um die Blockade zu beheben.
  • Behandlung von Infektionen: Falls eine Infektion der Harnwege gleichzeitig vorliegt, wird eine Behandlung mit Antibiotika erforderlich sein.

Präventionsmaßnahmen bei Harnstau (Hydronephrose)

Es gibt keine spezifische Prävention für Harnstau, doch das frühzeitige Erkennen und Behandeln von Harnwegsinfektionen, Nierensteinen und anderen zugrunde liegenden Erkrankungen kann das Risiko von Harnstau und Nierenschäden verringern. Ausreichende Flüssigkeitszufuhr und eine gesunde Lebensweise können dazu beitragen, Nierensteine und andere Harnwegserkrankungen zu vermeiden.


Häufige Patientenfragen zum Harnstau

Ein Harnstau entsteht durch eine Blockade oder Verengung in den Harnwegen, die den Urinfluss behindert. Ursachen können Harnsteine, Tumore, Harnröhrenstrikturen, Prostatavergrößerungen, Schwangerschaft oder angeborene Fehlbildungen der Harnwege sein. Entzündungen oder Verletzungen können ebenfalls zu einem Harnstau führen.

Symptome eines Harnstaus umfassen Schmerzen in den Flanken oder im unteren Rücken, verminderte oder ausbleibende Urinausscheidung, häufiges Wasserlassen, Übelkeit, Fieber und allgemeines Unwohlsein. In schwereren Fällen kann es zu sichtbarem Blut im Urin und zu Bauchschmerzen kommen.

Die Diagnose eines Harnstaus erfolgt meist durch eine Kombination aus körperlicher Untersuchung und bildgebenden Verfahren wie Ultraschall, CT oder MRT. Diese Methoden ermöglichen es, den Ort der Blockade und den Grad des Harnstaus zu identifizieren. Auch eine Urin- und Blutuntersuchung kann helfen, Entzündungen oder Nierenschäden zu erkennen.

Ja, ein unbehandelter Harnstau kann zu langfristigen Nierenschäden führen, da der Rückstau von Urin die Nierenfunktion beeinträchtigt und zu einer Überdehnung des Nierengewebes führen kann. Dies kann zu chronischer Niereninsuffizienz oder irreversiblen Nierenschäden führen. Eine frühzeitige Behandlung ist daher entscheidend, um solche Komplikationen zu vermeiden.

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