Urologenzentrum Wien - Herpes genitalis: Ein Paar mit Verdacht auf Herpes genitalis in einer Beratungsumgebung.

Herpes genitalis

Herpes genitalis, auch als Genitalherpes bekannt, ist eine sexuell übertragbare Infektion, die durch das Herpes-simplex-Virus (HSV) verursacht wird. Es gibt zwei Typen des Virus: HSV-1, das normalerweise für Lippenherpes verantwortlich ist, aber auch Genitalinfektionen verursachen kann, und HSV-2, das in den meisten Fällen Genitalherpes verursacht. Herpes genitalis ist eine chronische Infektion, die in regelmäßigen Abständen ausbrechen kann, obwohl das Virus nach der ersten Infektion inaktiv im Körper verbleibt.

Ursachen von Herpes genitalis

Genitalherpes wird durch direkten Kontakt mit den Herpesviren übertragen, die in den Bläschen oder offenen Wunden einer infizierten Person vorhanden sind. Die Übertragung erfolgt durch vaginalen, analen oder oralen Geschlechtsverkehr. Auch dann, wenn keine sichtbaren Symptome vorhanden sind, kann das Virus durch asymptomatische Virusausscheidung auf den Sexualpartner übertragen werden. 

Symptome von Herpes genitalis

  • Kleine, schmerzhafte Bläschen oder Geschwüre im Genitalbereich, am Anus oder an den Oberschenkeln
  • Juckreiz oder Brennen im betroffenen Bereich
  • Schmerzen beim Wasserlassen (wenn die Infektion die Harnröhre betrifft)
  • Allgemeine grippeähnliche Symptome wie Fieber, Kopfschmerzen und geschwollene Lymphknoten können bei der ersten Infektion auftreten
  • Nach der ersten Infektion können wiederkehrende Ausbrüche auftreten, die meist milder verlaufen

Diagnose von Herpes genitalis

Die Diagnose erfolgt in der Regel durch eine körperliche Untersuchung der betroffenen Bereiche. In vielen Fällen können die charakteristischen Bläschen und Geschwüre visuell erkannt werden. Um die Diagnose zu bestätigen, kann ein Abstrich aus einer offenen Läsion entnommen und im Labor auf das Vorhandensein des Herpes-simplex-Virus untersucht werden. Bluttests können ebenfalls durchgeführt werden, um Antikörper gegen HSV-1 oder HSV-2 nachzuweisen, was auf eine vergangene oder aktuelle Infektion hinweist.

Behandlungsmöglichkeiten bei Herpes genitalis

  • Antivirale Medikamente: Medikamente wie Aciclovir, Valaciclovir oder Famciclovir werden häufig verschrieben, um die Dauer und Schwere eines Herpesausbruchs zu verkürzen. Diese Medikamente können auch als Langzeitprophylaxe verwendet werden, um die Häufigkeit von Ausbrüchen zu reduzieren.
  • Schmerzlinderung: Schmerzmittel und lokale Cremes können zur Linderung von Beschwerden eingesetzt werden, insbesondere während eines akuten Ausbruchs.
  • Hygiene: Eine sorgfältige Reinigung der betroffenen Stellen und das Vermeiden von Reizungen (z.B. durch enge Kleidung) helfen, die Heilung zu fördern und Unbehagen zu reduzieren.

Präventionsmaßnahmen bei Herpes genitalis

Die Verwendung von Kondomen beim Geschlechtsverkehr kann das Risiko einer Übertragung von Herpes genitalis verringern, bietet jedoch keinen vollständigen Schutz, da das Virus auch durch Kontakt mit infizierten Hautstellen übertragen werden kann, die nicht vom Kondom bedeckt sind. Personen mit Herpes sollten während eines Ausbruchs auf sexuelle Aktivitäten verzichten, um die Übertragung zu verhindern. Langfristige antivirale Therapie kann helfen, die Häufigkeit asymptomatischer Virusausscheidung und damit die Übertragung zu verringern.


Häufige Patientenfragen zu Herpes genitalis

Ja, viele Menschen tragen das Virus in sich, ohne Symptome zu zeigen. Es kann jedoch jederzeit zu einem Ausbruch kommen.

Ein starkes Immunsystem, gesunde Ernährung und Stressreduktion können helfen, die Häufigkeit von Ausbrüchen zu minimieren.

Nein, das Virus verbleibt lebenslang im Körper. Behandlungen können jedoch die Symptome lindern und die Häufigkeit von Ausbrüchen reduzieren.

Ja, das Virus kann auch ohne sichtbare Symptome übertragen werden. Daher ist es wichtig, Schutzmaßnahmen wie Kondome zu verwenden und offene Kommunikation mit dem Partner zu pflegen.

Faktoren wie Stress, ein geschwächtes Immunsystem, hormonelle Veränderungen oder mechanische Reizungen können einen Ausbruch begünstigen.

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