Hodenentzündung

Eine Hodenentzündung, medizinisch als Orchitis bezeichnet, ist eine schmerzhafte Schwellung und Entzündung der Hoden, die durch bakterielle oder virale Infektionen verursacht werden kann. Diese Erkrankung kann sowohl Kinder als auch Erwachsene betreffen und erfordert eine rasche medizinische Behandlung, um Komplikationen zu vermeiden.

Ursachen der Hodenentzündung

Die häufigsten Ursachen einer Hodenentzündung sind bakterielle Infektionen, die oft durch sexuell übertragbare Infektionen wie Chlamydien oder Gonorrhö verursacht werden. Virale Infektionen, wie das Mumpsvirus, können ebenfalls Orchitis verursachen, insbesondere bei nicht geimpften Personen. Weitere Ursachen sind Harnwegsinfektionen, Blaseninfektionen und in seltenen Fällen Tuberkulose.

Symptome der Hodenentzündung

  • Plötzliche, starke Schmerzen und Schwellung im betroffenen Hoden
  • Rötung und Überwärmung des Hodensacks
  • Fieber und allgemeines Krankheitsgefühl
  • Schmerzen beim Wasserlassen oder beim Geschlechtsverkehr

Diagnose der Hodenentzündung

Die Diagnose erfolgt durch eine körperliche Untersuchung, bei der der Arzt die Schwellung und Empfindlichkeit des Hodens überprüft. Zusätzliche diagnostische Maßnahmen können Urin- und Bluttests sowie Ultraschalluntersuchungen sein, um die genaue Ursache und das Ausmaß der Entzündung zu bestimmen​.

Behandlungsmöglichkeiten bei Hodenentzündung

  • Antibiotika: Bei bakteriellen Infektionen werden spezifische Antibiotika verschrieben.
  • Schmerz- und Entzündungshemmer: Medikamente wie Ibuprofen oder Paracetamol zur Schmerzlinderung und Entzündungshemmung.
  • Bettruhe und Kühlung: Ruhe und die Anwendung von kalten Kompressen auf den Hodensack können die Schwellung und Schmerzen reduzieren.
  • Chirurgische Eingriffe: In seltenen Fällen, wenn Abszesse oder schwere Komplikationen auftreten, kann eine Operation notwendig sein.

Präventionsmaßnahmen bei Hodenentzündung

Vorbeugende Maßnahmen umfassen die Verwendung von Kondomen zur Reduzierung des Risikos sexuell übertragbarer Infektionen und die Impfung gegen Mumps. Eine gute Hygiene und die Behandlung von Harnwegsinfektionen können ebenfalls dazu beitragen, das Risiko einer Hodenentzündung zu verringern.


Häufige Patientenfragen zur Hodenentzündung

Ja, insbesondere wenn beide Hoden betroffen sind oder die Entzündung nicht rechtzeitig behandelt wird, kann es zu einer Beeinträchtigung der Fruchtbarkeit kommen.

Mit entsprechender Therapie und Schonung klingen die Symptome meist innerhalb von ein bis zwei Wochen ab. In einigen Fällen kann die vollständige Genesung jedoch länger dauern.

Ja, nicht alle Hodenentzündungen gehen mit Fieber einher. Manche Patienten verspüren lediglich lokale Symptome wie Schmerzen und Schwellungen.

Die Entzündung selbst ist nicht ansteckend. Allerdings können die verursachenden Erreger, wie Viren oder Bakterien, übertragbar sein. Bei sexuell übertragbaren Infektionen sollte daher auch der Partner oder die Partnerin untersucht und gegebenenfalls behandelt werden.

Neben der medikamentösen Behandlung können das Hochlagern und Kühlen des Hodens sowie Bettruhe zur Linderung der Symptome beitragen. Auf eigenständige Behandlungen ohne ärztliche Rücksprache sollte jedoch verzichtet werden.

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