Urologenzentrum Wien - Hypogonadismus: Blutprobe in einer Testflasche.

Hypogonadismus

Hypogonadismus ist eine Erkrankung, bei der die Hoden (bei Männern) oder die Eierstöcke (bei Frauen) nicht genügend Geschlechtshormone produzieren. Bei Männern führt dies zu einem Mangel an Testosteron, dem wichtigsten männlichen Sexualhormon, das für die Entwicklung und Aufrechterhaltung von männlichen Merkmalen und die Spermienproduktion notwendig ist. Hypogonadismus kann zu verschiedenen gesundheitlichen Problemen führen, einschließlich Unfruchtbarkeit, sexueller Dysfunktion und körperlichen Veränderungen.

Ursachen von Hypogonadismus

Es gibt zwei Hauptarten von Hypogonadismus:

  • Primärer Hypogonadismus: Diese Form tritt auf, wenn die Hoden direkt betroffen sind und nicht genügend Testosteron produzieren können. Zu den Ursachen gehören genetische Störungen (z.B. Klinefelter-Syndrom), Hodenverletzungen, Chemotherapie oder Bestrahlung sowie Infektionen wie Mumps-Orchitis.
  • Sekundärer Hypogonadismus: Diese Form tritt auf, wenn die Hypophyse oder der Hypothalamus, die Bereiche des Gehirns, die die Hoden steuern, nicht richtig funktionieren. Ursachen können Tumore, Traumata, genetische Störungen oder hormonelle Ungleichgewichte sein. Auch Fettleibigkeit und bestimmte Medikamente können zu sekundärem Hypogonadismus führen.

Symptome von Hypogonadismus

Die Symptome von Hypogonadismus variieren je nach Alter und Schweregrad des Hormonmangels:

  • Bei Kindern und Jugendlichen: Verzögerte Pubertät, keine Entwicklung sekundärer Geschlechtsmerkmale wie Körperbehaarung, Stimmveränderung und Muskelmasse.
  • Bei Erwachsenen: Verlust von Muskelmasse, Zunahme von Körperfett, verminderte Libido und erektile Dysfunktion, Müdigkeit, Stimmungsschwankungen oder Depressionen, Gynäkomastie (Brustvergrößerung), Unfruchtbarkeit und Osteoporose (Knochenschwund).

Diagnose von Hypogonadismus

Die Diagnose beginnt mit einer gründlichen Anamnese und körperlichen Untersuchung. Folgende diagnostische Tests werden häufig durchgeführt:

  • Bluttests: Zur Messung der Hormonspiegel, insbesondere Testosteron, LH (Luteinisierendes Hormon) und FSH (Follikelstimulierendes Hormon), um zwischen primärem und sekundärem Hypogonadismus zu unterscheiden.
  • Bildgebende Verfahren: MRT oder CT können verwendet werden, um Tumore oder andere Anomalien im Hypothalamus oder der Hypophyse zu erkennen.
  • Spermiogramm: Bei Unfruchtbarkeit kann eine Analyse des Ejakulats durchgeführt werden, um die Spermienzahl und -qualität zu bewerten.

Behandlungsmöglichkeiten bei Hypogonadismus

Die Behandlung von Hypogonadismus hängt von der Ursache und dem Alter des Patienten ab:

  • Testosteronersatztherapie (TRT): Bei Männern ist dies die häufigste Behandlungsoption. Testosteron kann in Form von Injektionen, Pflastern, Gelen oder Tabletten verabreicht werden, um den Hormonspiegel zu normalisieren und Symptome wie verminderte Libido, Müdigkeit und Muskelabbau zu lindern.
  • Hormonelle Behandlungen: Wenn der Hypogonadismus auf eine Störung in der Hypophyse oder dem Hypothalamus zurückzuführen ist, können Medikamente verschrieben werden, um die Hormonproduktion zu stimulieren und die Hodenfunktion wiederherzustellen.
  • Chirurgische Eingriffe: Bei Tumoren im Hypothalamus oder der Hypophyse kann eine Operation erforderlich sein, um diese zu entfernen und die normale Hormonregulation wiederherzustellen.

Präventionsmaßnahmen bei Hypogonadismus

Es gibt keine spezifischen Maßnahmen, um Hypogonadismus vollständig zu verhindern, aber ein gesunder Lebensstil mit ausreichender Bewegung, einer ausgewogenen Ernährung und der Vermeidung von Toxinen kann helfen, das Risiko hormoneller Ungleichgewichte zu reduzieren. Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen können dazu beitragen, frühe Anzeichen von Hormonmangel zu erkennen und rechtzeitig zu behandeln.


Häufige Patientenfragen zu Hypogonadismus

Ja, Hypogonadismus kann die Spermienproduktion beeinträchtigen und somit zu Unfruchtbarkeit führen.

Die Behandlung richtet sich nach der Ursache und kann eine Testosteronersatztherapie oder die Stimulation der körpereigenen Testosteronproduktion umfassen.

Die Heilbarkeit hängt von der Ursache ab. In einigen Fällen kann die normale Hormonfunktion wiederhergestellt werden, in anderen ist eine dauerhafte Therapie erforderlich.

Ja, Hypogonadismus kann sowohl Männer als auch Frauen betreffen und führt bei Frauen zu einem Mangel an Östrogen und Progesteron.

Ein gesunder Lebensstil mit ausgewogener Ernährung, regelmäßiger Bewegung und Stressreduktion kann die Symptome positiv beeinflussen und den Hormonhaushalt unterstützen.

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