Urologenzentrum Wien - Infertilität bei einer Frau, nachdenklich einen Schwangerschaftstest haltend.

Infertilität

Infertilität bezeichnet die Unfähigkeit, auf natürlichem Wege eine Schwangerschaft zu erzielen, obwohl über einen Zeitraum von mindestens einem Jahr regelmäßiger, ungeschützter Geschlechtsverkehr stattfindet. Infertilität betrifft sowohl Männer als auch Frauen und kann auf verschiedene gesundheitliche oder genetische Probleme zurückgeführt werden. Schätzungen zufolge sind etwa 10-15% der Paare weltweit von Infertilität betroffen.

Ursachen von Infertilität

Die Ursachen von Infertilität können vielfältig sein und sowohl bei Frauen als auch bei Männern liegen. Bei Frauen können hormonelle Störungen, wie das polyzystische Ovarialsyndrom (PCOS) oder Störungen des Eisprungs, zu Unfruchtbarkeit führen. Anatomische Probleme, wie Eileiterverstopfungen oder Endometriose, sind ebenfalls häufige Ursachen. Bei Männern liegt Infertilität oft an einer unzureichenden Spermienproduktion, einer eingeschränkten Spermienbeweglichkeit oder genetischen Anomalien. Auch Lebensstilfaktoren, wie Rauchen, Alkoholkonsum oder Übergewicht, können sowohl bei Männern als auch bei Frauen die Fruchtbarkeit beeinträchtigen.

Symptome von Infertilität

  • Unfähigkeit, nach einem Jahr ungeschützten Geschlechtsverkehrs eine Schwangerschaft zu erzielen
  • Unregelmäßige oder ausbleibende Menstruationszyklen bei Frauen
  • Geringes Ejakulationsvolumen oder abnormale Spermienqualität bei Männern
  • Schmerzen beim Geschlechtsverkehr oder im Beckenbereich bei Frauen
  • Möglicherweise weitere Symptome in Abhängigkeit von der zugrunde liegenden Ursache, wie hormonelle Störungen oder anatomische Anomalien

Diagnose von Infertilität

Die Diagnose beginnt in der Regel mit einer Anamnese und körperlichen Untersuchung beider Partner. Für Frauen können Hormonanalysen, Ultraschalluntersuchungen und Hysterosalpingographien (eine Röntgenuntersuchung der Eileiter) durchgeführt werden, um die Fruchtbarkeit zu überprüfen. Bei Männern umfasst die Diagnose in der Regel eine Analyse der Samenflüssigkeit (Spermiogramm), um die Anzahl, Beweglichkeit und Struktur der Spermien zu bewerten. Zusätzliche Tests, wie genetische Analysen oder Hormonuntersuchungen, können ebenfalls notwendig sein.

Behandlungsmöglichkeiten bei Infertilität

  • Medikamentöse Behandlung: Hormontherapien können den Eisprung bei Frauen stimulieren oder die Spermienproduktion bei Männern fördern.
  • Assistierte Reproduktionstechniken (ART): Verfahren wie In-vitro-Fertilisation (IVF) oder intrazytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI) werden häufig angewendet, wenn andere Behandlungen nicht erfolgreich sind.
  • Chirurgische Eingriffe: In einigen Fällen können Operationen erforderlich sein, um Blockaden in den Eileitern oder anderen anatomischen Strukturen zu beseitigen, die die Fruchtbarkeit beeinträchtigen.
  • Lebensstiländerungen: Gesunde Ernährung, Gewichtsreduktion, Rauchverzicht und der Abbau von Stress können die Chancen auf eine erfolgreiche Empfängnis verbessern.

Präventionsmaßnahmen bei Infertilität

Es gibt verschiedene Maßnahmen, die das Risiko von Infertilität verringern können. Dazu gehören der Verzicht auf Rauchen und übermäßigen Alkoholkonsum, die Erhaltung eines gesunden Körpergewichts und regelmäßige körperliche Aktivität. Auch der rechtzeitige Zugang zu medizinischer Betreuung bei hormonellen Störungen oder Infektionen, wie sexuell übertragbaren Krankheiten, kann dazu beitragen, Fruchtbarkeitsprobleme zu verhindern.


Häufige Patientenfragen zu Infertilität

Ja, chronischer Stress kann hormonelle Ungleichgewichte verursachen, die die Fruchtbarkeit beeinträchtigen.

Mit zunehmendem Alter nimmt die Fruchtbarkeit bei Frauen und Männern ab, wobei der Rückgang bei Frauen ab dem 35. Lebensjahr deutlicher ist.

Ja, Faktoren wie Rauchen, übermäßiger Alkoholkonsum, ungesunde Ernährung und Bewegungsmangel können die Fruchtbarkeit negativ beeinflussen.

Ja, sowohl Übergewicht als auch Untergewicht können hormonelle Ungleichgewichte verursachen, die die Fruchtbarkeit beeinträchtigen.

Je nach Ursache können Behandlungen wie Hormontherapien, operative Eingriffe oder assistierte Reproduktionstechniken wie In-vitro-Fertilisation (IVF) in Betracht gezogen werden.

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