Urologenzentrum Wien - Leukozytospermie unter dem Mikroskop, weiße Blutkörperchen im Sperma sichtbar.

Leukozytospermie

Leukozytospermie, auch als Pyospermie bezeichnet, ist eine Erkrankung, bei der eine erhöhte Anzahl weißer Blutkörperchen (Leukozyten) im Ejakulat vorliegt. Normalerweise sollten im Ejakulat nur geringe Mengen Leukozyten vorhanden sein, aber bei Leukozytospermie übersteigt ihre Konzentration 1 Million pro Milliliter. Dies kann die Spermienqualität beeinträchtigen und die Fruchtbarkeit verringern, da Leukozyten Entzündungsreaktionen auslösen und oxidativen Stress verursachen können, der die Spermien schädigt.

Ursachen von Leukozytospermie

Leukozytospermie kann durch verschiedene Faktoren ausgelöst werden, die zu Infektionen oder Entzündungen in den Geschlechtsorganen führen:

  • Infektionen: Harnwegsinfektionen, sexuell übertragbare Infektionen (z.B. Chlamydien, Gonorrhö) oder Entzündungen der Prostata (Prostatitis) und Nebenhoden (Epididymitis) sind häufige Ursachen für eine erhöhte Anzahl von Leukozyten im Ejakulat.
  • Chronische Entzündungen: Lang anhaltende Entzündungsprozesse in den Harnwegen oder Geschlechtsorganen können die Anzahl der Leukozyten im Ejakulat erhöhen.
  • Varikozele: Eine Krampfaderbildung im Hodensack kann den Blutfluss beeinträchtigen und Entzündungen verursachen, die zur Leukozytospermie führen.
  • Immunologische Ursachen: Autoimmunerkrankungen, bei denen das Immunsystem die eigenen Spermien angreift, können ebenfalls eine Erhöhung der Leukozyten im Ejakulat auslösen.
  • Toxine und Umweltfaktoren: Exposition gegenüber bestimmten Umweltgiften, Chemikalien oder Strahlung kann die Spermien schädigen und zu einer immunologischen Reaktion führen, die Leukozytospermie verursacht.

Symptome von Leukozytospermie

Leukozytospermie verursacht oft keine spezifischen Symptome. In einigen Fällen kann es jedoch Symptome geben, die auf eine zugrunde liegende Infektion oder Entzündung hinweisen, wie:

  • Schmerzen oder Brennen beim Wasserlassen
  • Schmerzen im Hoden oder Unterbauch
  • Fieber oder allgemeines Unwohlsein bei akuten Infektionen
  • Ausfluss aus der Harnröhre oder andere Anzeichen einer sexuell übertragbaren Infektion

Diagnose von Leukozytospermie

Die Diagnose erfolgt durch ein Spermiogramm, bei dem die Anzahl der Leukozyten im Ejakulat gemessen wird. Eine Leukozytenzahl von mehr als 1 Million pro Milliliter Ejakulat gilt als diagnostisch für Leukozytospermie. Weitere Tests können durchgeführt werden, um die Ursache der Erkrankung zu ermitteln:

  • Urinanalyse und Abstrich: Um nach Infektionen oder sexuell übertragbaren Krankheiten zu suchen.
  • Bluttests: Zur Überprüfung von Entzündungsmarkern und möglichen Infektionen.
  • Ultraschall der Hoden und Prostata: Um strukturelle Probleme wie eine Varikozele oder Prostatitis zu erkennen.

Behandlungsmöglichkeiten bei Leukozytospermie

Die Behandlung von Leukozytospermie hängt von der zugrunde liegenden Ursache ab:

  • Antibiotika: Falls eine Infektion vorliegt, wird eine Antibiotikatherapie zur Behandlung der Infektion und Reduktion der Leukozyten im Ejakulat eingesetzt.
  • Antioxidative Therapie: Antioxidantien wie Vitamin C, E und Zink können helfen, oxidativen Stress zu reduzieren und die Spermien vor Schäden zu schützen.
  • Chirurgische Behandlung: Bei einer Varikozele kann eine Operation erforderlich sein, um den Blutfluss zu verbessern und die Entzündung zu verringern.
  • Entzündungshemmende Medikamente: In Fällen von chronischen Entzündungen können entzündungshemmende Medikamente verschrieben werden, um die Anzahl der Leukozyten zu senken.

Präventionsmaßnahmen bei Leukozytospermie

Die beste Prävention gegen Leukozytospermie besteht darin, Infektionen und Entzündungen der Geschlechtsorgane frühzeitig zu behandeln. Sichere Sexualpraktiken und der Einsatz von Kondomen können das Risiko sexuell übertragbarer Infektionen verringern. Ein gesunder Lebensstil, der den Kontakt mit Umweltgiften minimiert und oxidativen Stress reduziert, kann ebenfalls dazu beitragen, die Spermienqualität zu erhalten und das Risiko von Leukozytospermie zu verringern.


Häufige Patientenfragen zur Leukozytospermie

Eine erhöhte Leukozytenzahl im Sperma kann durch Infektionen oder Entzündungen im Genitaltrakt verursacht werden, wie etwa Prostatitis, Epididymitis oder Infektionen der Harnwege. Weitere Ursachen können immunologische Faktoren, oxidative Belastung oder selten chronische Erkrankungen sein.

Ja, Leukozytospermie kann die Spermienqualität beeinträchtigen und dadurch die Chancen bei einer künstlichen Befruchtung verringern. Die erhöhten Leukozyten verursachen oft oxidativen Stress, der die Spermien schädigen kann. Eine gezielte Behandlung der Leukozytospermie kann helfen, die Erfolgschancen zu verbessern.

Eine Ernährung, die reich an Antioxidantien ist – wie Vitamin C, Vitamin E und Zink – kann helfen, oxidativen Stress zu reduzieren. Antioxidantienreiche Lebensmittel wie Beeren, Nüsse und grünes Gemüse sowie der Verzicht auf entzündungsfördernde Lebensmittel können unterstützend wirken.

Um die Ursache der Leukozytospermie zu finden, werden oft eine Spermiokultur und eine Urinanalyse durchgeführt, um Infektionen oder Entzündungen zu identifizieren. Weitere Untersuchungen, wie Ultraschall des Genitalbereichs oder spezielle immunologische Tests, können ebenfalls zur Diagnosestellung beitragen.

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