Urologenzentrum Wien - Lichen sklerosus: Mann zeigt Unbehagen im Genitalbereich.

Lichen sklerosus

Lichen sklerosus ist eine chronische, entzündliche Hauterkrankung, die vor allem die Genital- und Analregion betrifft, aber auch andere Hautpartien befallen kann. Die Erkrankung führt zu weißlichen, atrophischen Hautveränderungen und kann sowohl Frauen als auch Männer betreffen, tritt jedoch häufiger bei Frauen auf. Lichen sklerosus kann starke Beschwerden wie Juckreiz, Schmerzen und Narbenbildung verursachen und das sexuelle Wohlbefinden beeinträchtigen.

Ursachen von Lichen sklerosus

Die genauen Ursachen von Lichen sklerosus sind nicht vollständig bekannt, aber verschiedene Faktoren können zur Entwicklung der Erkrankung beitragen:

  • Autoimmunerkrankungen: Es wird vermutet, dass das Immunsystem eine Rolle spielt, da Menschen mit Lichen sklerosus häufig auch andere Autoimmunerkrankungen wie Schilddrüsenerkrankungen haben.
  • Hormonelle Veränderungen: Lichen sklerosus tritt oft nach den Wechseljahren auf, was darauf hindeutet, dass hormonelle Veränderungen eine Rolle spielen könnten.
  • Genetische Veranlagung: Eine familiäre Veranlagung kann das Risiko für die Erkrankung erhöhen.

Symptome von Lichen sklerosus

  • Weiße, glänzende Hautveränderungen, meist im Genital- und Analbereich
  • Juckreiz und Brennen, insbesondere in den betroffenen Bereichen
  • Verdünnte und verletzliche Haut, die leicht reißt
  • Schmerzen beim Geschlechtsverkehr oder Wasserlassen (bei Befall der Genitalregion)
  • Narbenbildung und Schrumpfung der Haut in fortgeschrittenen Fällen

Diagnose von Lichen sklerosus

Die Diagnose erfolgt in der Regel durch eine körperliche Untersuchung der betroffenen Hautpartien. Typische weiße Hautveränderungen sind oft leicht erkennbar. In einigen Fällen kann eine Hautbiopsie notwendig sein, um die Diagnose zu bestätigen und andere Hauterkrankungen auszuschließen. Bei Verdacht auf Lichen sklerosus im Genitalbereich kann eine Untersuchung durch einen Urologen oder Gynäkologen erforderlich sein.

Behandlungsmöglichkeiten bei Lichen sklerosus

  • Kortikosteroide: Die Standardbehandlung für Lichen sklerosus sind hochwirksame Kortikosteroidcremes oder -salben, die helfen, Entzündungen zu reduzieren und die Symptome zu lindern. Eine regelmäßige Anwendung ist wichtig, um die Erkrankung unter Kontrolle zu halten.
  • Feuchtigkeitsspendende Cremes: Feuchtigkeitsspendende Cremes oder Salben können helfen, die Haut geschmeidig zu halten und das Risiko von Rissen und Verletzungen zu reduzieren.
  • Immunmodulierende Salben: In einigen Fällen können immunmodulierende Medikamente wie Tacrolimus verwendet werden, wenn Kortikosteroide nicht ausreichend wirken.

Präventionsmaßnahmen bei Lichen sklerosus

Da die genauen Ursachen nicht vollständig bekannt sind, gibt es keine spezifischen Maßnahmen zur Prävention von Lichen sklerosus. Es ist jedoch wichtig, die Haut feucht zu halten und die Behandlung frühzeitig zu beginnen, um Komplikationen wie Narbenbildung oder Schrumpfung der Haut zu verhindern. Regelmäßige Kontrolluntersuchungen bei einem Hautarzt oder Gynäkologen sind ebenfalls hilfreich, um den Krankheitsverlauf zu überwachen.


Häufige Patientenfragen zu Lichen sclerosus

In seltenen Fällen kann Lichen sclerosus das Risiko für die Entwicklung von Hautkrebs im betroffenen Bereich erhöhen. Regelmäßige ärztliche Kontrollen sind daher wichtig, um Veränderungen frühzeitig zu erkennen.

Nein, Lichen sclerosus ist nicht ansteckend und kann nicht durch sexuellen Kontakt oder andere Formen des direkten Kontakts übertragen werden.

Die Behandlung umfasst in der Regel die Anwendung von kortisonhaltigen Salben, um Entzündungen zu reduzieren und Symptome zu lindern. In einigen Fällen können auch andere topische Medikamente oder Therapien in Betracht gezogen werden.

Ja, Lichen sclerosus kann zu Schmerzen beim Geschlechtsverkehr führen, insbesondere wenn die Haut im Genitalbereich betroffen ist. Eine entsprechende Behandlung und Pflege der betroffenen Hautpartien kann helfen, diese Beschwerden zu lindern.

Es wird empfohlen, milde, unparfümierte Seifen zu verwenden und die Haut regelmäßig mit feuchtigkeitsspendenden Cremes zu pflegen, um Trockenheit und Reizungen zu vermeiden. Enge Kleidung sollte vermieden werden, um zusätzlichen Druck auf die betroffenen Bereiche zu reduzieren.

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