Urologenzentrum Wien - Nachtröpfeln bei einer Person, unkontrollierter Urinaustritt nach dem Wasserlassen.

Nachträufeln bzw. Nachtröpfeln

Nachträufeln bzw. Nachtröpfeln, medizinisch als Postmiktionsdribbling bezeichnet, ist das ungewollte Austreten kleiner Mengen von Urin nach dem eigentlichen Wasserlassen. Dieses Phänomen tritt bei vielen Männern, insbesondere älteren, auf, kann aber auch bei Frauen vorkommen. Nachtröpfeln wird in der Regel als unangenehm und störend empfunden, ist jedoch selten ein Zeichen für eine ernsthafte Erkrankung.

Ursachen von Nachtröpfeln

Nachtröpfeln tritt häufig auf, wenn Urin im hinteren Teil der Harnröhre verbleibt und nicht vollständig ausgeschieden wird. Die häufigsten Ursachen sind:

  • Schwache Beckenbodenmuskulatur: Eine geschwächte Muskulatur im Beckenboden kann den normalen Urinfluss stören und das vollständige Entleeren der Harnröhre behindern.
  • Vergrößerte Prostata: Bei Männern kann eine vergrößerte Prostata den Harnfluss behindern, was zu Restharn in der Harnröhre führt, der später austritt.
  • Harnröhrenverengung (Urethrastriktur): Eine Verengung der Harnröhre kann verhindern, dass der Urin vollständig abfließt, was zum Nachtröpfeln führt.
  • Überaktive Blase oder Blasenschwäche: Eine Überaktivität oder Schwäche der Blase kann dazu führen, dass der Blasenmuskel den Urin nicht vollständig kontrolliert, was zu Urinverlust nach dem Wasserlassen führt.

Symptome von Nachtröpfeln

  • Unkontrolliertes Austreten kleiner Mengen von Urin kurz nach dem Wasserlassen
  • Gefühl, dass die Blase nicht vollständig entleert ist
  • Feuchtigkeit oder Flecken auf der Unterwäsche nach dem Toilettengang
  • Häufigerer Harndrang oder das Gefühl, öfter zur Toilette gehen zu müssen

Diagnose von Nachtröpfeln

Die Diagnose beginnt mit einer ausführlichen Anamnese und körperlichen Untersuchung. Um die zugrunde liegende Ursache zu ermitteln, können verschiedene diagnostische Verfahren angewendet werden. Eine Urinanalyse hilft dabei, Infektionen oder Anomalien auszuschließen. Ein Ultraschall kann verwendet werden, um festzustellen, ob sich nach dem Wasserlassen Restharn in der Blase befindet. Urodynamische Tests messen die Blasenfunktion und den Harnfluss, um mögliche Funktionsstörungen der Blase zu erkennen. In einigen Fällen kann eine Zystoskopie, eine endoskopische Untersuchung der Harnröhre und Blase, durchgeführt werden, um strukturelle Probleme wie Verengungen oder Prostatavergrößerung zu identifizieren.

Behandlungsmöglichkeiten bei Nachtröpfeln

Die Behandlung von Nachtröpfeln richtet sich nach der zugrunde liegenden Ursache:

  • Beckenbodentraining (Kegel-Übungen): Regelmäßiges Training der Beckenbodenmuskulatur kann die Kontrolle über den Harnfluss verbessern und das Nachtröpfeln reduzieren.
  • Doppeltes Wasserlassen: Bei dieser Technik wird nach dem ersten Wasserlassen ein paar Sekunden gewartet und dann versucht, erneut zu urinieren, um sicherzustellen, dass die Blase vollständig entleert ist.
  • Medikamente: Bei einer vergrößerten Prostata können Medikamente wie Alpha-Blocker oder 5-Alpha-Reduktase-Hemmer helfen, den Harnfluss zu verbessern.
  • Chirurgische Eingriffe: Bei schwereren Fällen, wie einer Harnröhrenverengung oder Prostatavergrößerung, kann eine Operation notwendig sein, um die Blockade zu beseitigen.

Präventionsmaßnahmen bei Nachtröpfeln

Regelmäßiges Beckenbodentraining kann helfen, die Blasen- und Harnröhrenfunktion zu verbessern und das Risiko von Nachtröpfeln zu verringern. Auch ausreichende Flüssigkeitszufuhr und regelmäßiges Wasserlassen können dazu beitragen, dass sich die Blase vollständig entleert. Bei Männern sollte eine regelmäßige Vorsorgeuntersuchung der Prostata durchgeführt werden, um frühzeitig Probleme zu erkennen.


Häufige Patientenfragen zum Nachtröpfeln

Nachtröpfeln kann durch verschiedene Faktoren verursacht werden, darunter eine unvollständige Blasenentleerung, eine schwache Beckenbodenmuskulatur oder eine vergrößerte Prostata, die den Harnfluss beeinträchtigt.

Die Behandlung richtet sich nach der Ursache und kann Beckenbodentraining, medikamentöse Therapie oder in einigen Fällen einen chirurgischen Eingriff umfassen.

Nicht unbedingt. Oft ist es auf gutartige Ursachen wie eine Prostatavergrößerung zurückzuführen. Dennoch sollte ein Arzt konsultiert werden, um ernsthafte Erkrankungen auszuschließen.

Ja, gezieltes Beckenbodentraining kann die Muskulatur stärken und helfen, das Nachtröpfeln zu reduzieren.

Ja, es ist ratsam, einen Urologen zu konsultieren, um die genaue Ursache festzustellen und geeignete Behandlungsmöglichkeiten zu besprechen.

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