Urologenzentrum Wien - Nebenhodenentzündung bei einer Gewebeprobe, mikroskopische Ansicht.

Nebenhodenentzündung

Die Nebenhodenentzündung, auch als Epididymitis bezeichnet, ist eine entzündliche Erkrankung des Nebenhodens, der kleinen Struktur an der Rückseite des Hodens, die für die Speicherung und den Transport von Spermien verantwortlich ist. Diese Erkrankung betrifft vor allem erwachsene Männer, kann aber auch bei Jugendlichen auftreten. Eine Epididymitis kann akut oder chronisch verlaufen und zu erheblichen Schmerzen und Schwellungen im Hodenbereich führen.

Ursachen der Nebenhodenentzündung (Epididymitis)

Die häufigsten Ursachen der Epididymitis sind bakterielle Infektionen, die durch sexuell übertragbare Infektionen (STIs) oder durch eine Ausbreitung von Bakterien aus dem Harntrakt verursacht werden. Zu den häufigsten Ursachen gehören:

  • Sexuell übertragbare Infektionen: Bakterien wie Chlamydia trachomatis oder Neisseria gonorrhoeae sind häufige Auslöser von Epididymitis bei sexuell aktiven Männern.
  • Harnwegsinfektionen und Prostatainfektionen: Bakterien aus dem Harntrakt oder der Prostata können in den Nebenhoden gelangen und eine Entzündung verursachen, insbesondere bei älteren Männern.
  • Verletzungen oder medizinische Eingriffe: Traumata oder Eingriffe wie Katheterisierung oder Zystoskopie können ebenfalls eine Epididymitis auslösen.

Symptome der Nebenhodenentzündung (Epididymitis)

  • Schmerzen und Schwellungen im Hodenbereich, die oft einseitig sind
  • Rötung und Wärme des betroffenen Hodens
  • Schmerzen beim Wasserlassen oder erhöhter Harndrang
  • Fieber, Schüttelfrost und allgemeines Unwohlsein bei schwereren Infektionen
  • In einigen Fällen kann es zu einem Ausfluss aus der Harnröhre kommen, insbesondere bei sexuell übertragbaren Infektionen

Diagnose der Nebenhodenentzündung (Epididymitis)

Die Diagnose einer Epididymitis beginnt mit einer körperlichen Untersuchung des Hodens und Nebenhodens, bei der Schwellungen, Schmerzen und Rötungen festgestellt werden. Zusätzlich können folgende Tests durchgeführt werden:

  • Urinanalyse und Urinkultur: Um nach Anzeichen von Infektionen im Harntrakt zu suchen.
  • Abstrich der Harnröhre: Bei Verdacht auf eine sexuell übertragbare Infektion wird ein Abstrich entnommen und im Labor untersucht.
  • Ultraschall des Hodens: Dies ist eine wichtige Untersuchung, um eine Hodentorsion oder andere ernste Erkrankungen auszuschließen und die Entzündung im Nebenhoden genau zu beurteilen.

Behandlungsmöglichkeiten bei Nebenhodenentzündung (Epididymitis)

  • Antibiotika: Bei einer bakteriellen Epididymitis werden Antibiotika verschrieben, um die Infektion zu bekämpfen. Es ist wichtig, die gesamte Antibiotikakur abzuschließen, um die Infektion vollständig zu heilen. Beide Sexualpartner sollten bei sexuell übertragbaren Infektionen behandelt werden, um eine erneute Infektion zu verhindern.
  • Schmerzlinderung und Bettruhe: Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Paracetamol können helfen, Schmerzen und Schwellungen zu lindern. Bettruhe und das Hochlagern des Hodens können ebenfalls die Beschwerden reduzieren.
  • Chirurgische Behandlung: In seltenen Fällen, wenn die Infektion schwerwiegend ist oder zu Abszessen führt, kann eine chirurgische Drainage erforderlich sein.

Präventionsmaßnahmen bei Nebenhodenentzündung (Epididymitis)

Die beste Prävention gegen eine Epididymitis besteht in der Vermeidung von sexuell übertragbaren Infektionen durch die konsequente Verwendung von Kondomen und eine sichere Sexualpraxis. Regelmäßige ärztliche Untersuchungen bei häufigen Harnwegsinfektionen oder Prostataproblemen können ebenfalls dazu beitragen, das Risiko einer Epididymitis zu verringern.


Häufige Patientenfragen zur Nebenhodenentzündung

Ja, bestimmte Medikamente, wie etwa einige Diuretika und Medikamente, die das Immunsystem unterdrücken, können das Risiko für eine Nebenhodenentzündung erhöhen. Auch Katheter und andere medizinische Eingriffe können die Wahrscheinlichkeit einer Infektion im Harntrakt und damit das Risiko für eine Epididymitis erhöhen. 

Bei einer Epididymitis sollten Sportarten mit intensiven Bewegungen oder starkem Druck im Genitalbereich, wie Radfahren, Laufen und Krafttraining, vermieden werden. Ruhe und Schonung sind in dieser Zeit wichtig, um die Heilung zu unterstützen und die Entzündung nicht zu verschlimmern.

Ja, natürliche Heilmethoden wie kühlende Kompressen zur Schmerzlinderung, Kräutertees mit entzündungshemmenden Eigenschaften (z. B. Kamille oder grüner Tee) und ausreichend Ruhe können unterstützend wirken. Dennoch sollte eine Epididymitis immer medizinisch behandelt werden, um Komplikationen zu vermeiden.

Die Heilung einer Nebenhodenentzündung dauert in der Regel zwei bis vier Wochen. Mit einer entsprechenden Behandlung, einschließlich Antibiotika und Ruhe, klingen die Symptome oft schneller ab. In einigen Fällen kann die Genesung jedoch länger dauern, insbesondere wenn die Entzündung schwerwiegender ist oder nicht sofort behandelt wurde.

Verwandte Artikel