Urologenzentrum Wien - Nekrozoospermie unter dem Mikroskop, tote Spermien sichtbar.

Nekrozoospermie

Nekrozoospermie ist eine Erkrankung, bei der ein großer Teil oder die Mehrheit der Spermien im Ejakulat tot oder unbeweglich ist. Dies beeinträchtigt die Fruchtbarkeit erheblich, da tote oder unbewegliche Spermien nicht in der Lage sind, eine Eizelle zu befruchten. Nekrozoospermie ist eine seltene, aber ernsthafte Ursache für männliche Unfruchtbarkeit.

Ursachen von Nekrozoospermie

Die Ursachen von Nekrozoospermie sind vielfältig und können durch interne oder externe Faktoren ausgelöst werden:

  • Infektionen: Bakterielle oder virale Infektionen der Geschlechtsorgane, wie Prostatitis oder Epididymitis, können zu einer Schädigung der Spermien führen und Nekrozoospermie verursachen.
  • Oxidativer Stress: Ein Überschuss an freien Radikalen und ein Mangel an Antioxidantien können zu Schäden an den Spermien führen, was deren Überleben und Beweglichkeit beeinträchtigt.
  • Autoimmunerkrankungen: In einigen Fällen greift das Immunsystem die Spermien an und zerstört sie, was zu Nekrozoospermie führt.
  • Toxine und Umweltfaktoren: Übermäßige Exposition gegenüber Chemikalien, Schwermetallen, Strahlung oder Toxinen kann die Lebensfähigkeit der Spermien beeinträchtigen.
  • Störungen der Samenflüssigkeit: Veränderungen in der Zusammensetzung der Samenflüssigkeit können das Überleben der Spermien negativ beeinflussen und zu deren Absterben führen.

Symptome von Nekrozoospermie

Nekrozoospermie verursacht in der Regel keine offensichtlichen körperlichen Symptome. Das Hauptsymptom ist die Unfähigkeit, auf natürlichem Wege Kinder zu zeugen. Männer mit Nekrozoospermie können jedoch auch unter zugrunde liegenden Problemen wie Harnwegsinfektionen, Prostatitis oder hormonellen Ungleichgewichten leiden, die zusätzliche Symptome wie Schmerzen, Fieber oder sexuelle Funktionsstörungen verursachen können.

Diagnose von Nekrozoospermie

Die Diagnose erfolgt in der Regel durch ein Spermiogramm, bei dem die Spermien auf ihre Lebensfähigkeit untersucht werden. Bei Nekrozoospermie sind mehr als 50% der Spermien tot. Zur weiteren Untersuchung der Ursache können folgende Tests durchgeführt werden:

  • Vitalfärbung: Diese spezielle Färbemethode hilft, zwischen toten und lebenden Spermien zu unterscheiden, um die genaue Anzahl toter Spermien zu bestimmen.
  • Urinanalyse und Bluttests: Um mögliche Infektionen oder entzündliche Prozesse festzustellen, die Nekrozoospermie verursachen könnten.
  • Hormonuntersuchungen: Bluttests zur Überprüfung des Hormonspiegels, um hormonelle Störungen auszuschließen.
  • Genetische Tests: Bei Verdacht auf genetische Ursachen können genetische Untersuchungen durchgeführt werden.

Behandlungsmöglichkeiten bei Nekrozoospermie

Die Behandlung richtet sich nach der Ursache der Nekrozoospermie:

  • Antibiotika: Falls Infektionen die Ursache sind, wird eine Antibiotikatherapie zur Beseitigung der Infektion eingesetzt.
  • Antioxidative Therapie: Nahrungsergänzungsmittel, die reich an Antioxidantien wie Vitamin C, Vitamin E oder Zink sind, können helfen, oxidativen Stress zu reduzieren und die Lebensfähigkeit der Spermien zu verbessern.
  • Immunsuppressive Therapie: Bei autoimmunbedingter Nekrozoospermie können Medikamente eingesetzt werden, um die Immunreaktion zu unterdrücken und die Zerstörung der Spermien zu verhindern.
  • Assistierte Reproduktionstechniken (ART): Wenn lebende Spermien im Ejakulat oder in den Hoden vorhanden sind, können sie extrahiert und für Verfahren wie In-vitro-Fertilisation (IVF) oder intrazytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI) verwendet werden.

Präventionsmaßnahmen bei Nekrozoospermie

Zur Vorbeugung von Nekrozoospermie ist es wichtig, Infektionen der Geschlechtsorgane frühzeitig zu behandeln, um Schädigungen der Spermien zu vermeiden. Ein gesunder Lebensstil mit einer ausgewogenen Ernährung, der Vermeidung von Toxinen und Stress sowie der Verzicht auf Rauchen und übermäßigen Alkoholkonsum kann ebenfalls dazu beitragen, die Spermienqualität zu erhalten. Regelmäßige ärztliche Untersuchungen und die Behandlung von zugrunde liegenden Erkrankungen wie Prostatitis oder Hormonstörungen sind ebenfalls wichtig.


Häufige Patientenfragen zur Nekrozoospermie

Präventive Maßnahmen gegen Nekrozoospermie umfassen einen gesunden Lebensstil, der regelmäßige Bewegung, den Verzicht auf Rauchen und Alkoholkonsum sowie die Vermeidung von übermäßigem Stress einschließt. Auch der Schutz vor Infektionen im Urogenitalbereich und die Vermeidung von übermäßiger Hitzeeinwirkung im Genitalbereich (z. B. durch heiße Bäder) können hilfreich sein.

Oxidativer Stress kann eine wichtige Rolle bei der Entwicklung von Nekrozoospermie spielen, da er die Spermienmembranen schädigt und zum Absterben der Spermien führen kann. Faktoren wie Umweltgifte, schlechte Ernährung und Stress erhöhen den oxidativen Stress, was die Spermienqualität beeinträchtigen kann.

Ja, eine Ernährungsumstellung kann sich positiv auf die Spermiengesundheit auswirken. Der Verzehr von antioxidativen Lebensmitteln wie Beeren, Nüssen und grünem Gemüse sowie die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln wie Vitamin C, E und Omega-3-Fettsäuren können helfen, oxidativen Stress zu reduzieren und die Spermienqualität zu verbessern.

Zu den innovativen Therapien bei Nekrozoospermie gehören antioxidative Behandlungen, die den oxidativen Stress im Körper reduzieren, sowie experimentelle Methoden wie die Anwendung von Wachstumsfaktoren. In einigen Fällen werden auch mikrochirurgische Verfahren oder die intrazytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI) bei Kinderwunsch eingesetzt, um die Befruchtung trotz Nekrozoospermie zu ermöglichen.

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