Nierenbeckenentzündung

Eine Nierenbeckenentzündung, auch Pyelonephritis genannt, ist eine schwere Infektion der oberen Harnwege, die sowohl das Nierenbecken als auch das umliegende Gewebe betrifft. Diese Erkrankung wird hauptsächlich durch Bakterien verursacht, die von der Harnblase in die Nieren aufsteigen. Es ist eine ernsthafte Erkrankung, die sofortige medizinische Behandlung erfordert, um Komplikationen wie ein Nierenversagen oder eine Blutvergiftung zu verhindern.

Ursachen der Nierenbeckenentzündung

Die Hauptursache einer Nierenbeckenentzündung ist eine bakterielle Infektion, die meist von den Harnwegen zur Niere aufsteigt. Häufig beginnt die Infektion in der Blase und breitet sich dann auf die Nieren aus. Zu den Risikofaktoren zählen wiederkehrende Harnwegsinfektionen, anatomische Anomalien der Harnwege, Harnabflussstörungen, Katheterbenutzung und geschwächtes Immunsystem​.

Symptome der Nierenbeckenentzündung

  • Starke Flankenschmerzen
  • Hohes Fieber und Schüttelfrost
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Häufiger Harndrang und brennendes Wasserlassen
  • Druck- und Klopfschmerzen in der Nierengegend

Diagnose der Nierenbeckenentzündung

Die Diagnose erfolgt durch eine körperliche Untersuchung und eine gründliche Anamnese. Urinproben werden analysiert, um das Vorhandensein von Bakterien, Blut oder Eiter nachzuweisen. Weitere diagnostische Maßnahmen können Bluttests, Ultraschall und in schweren Fällen eine Computertomographie (CT) sein, um das Ausmaß der Infektion zu bestimmen und Komplikationen auszuschließen​.

Behandlungsmöglichkeiten bei Nierenbeckenentzündung

  • Konservativ: Eine Nierenbeckenentzündung wird in der Regel mit Antibiotika behandelt, um die Infektion zu bekämpfen. Die Behandlung dauert meist 7 bis 14 Tage, abhängig von der Schwere der Infektion und dem Ansprechen auf die Medikation. Unterstützend kann Bettruhe, ausreichende Flüssigkeitszufuhr und die Einnahme von Schmerzmitteln zur Linderung der Symptome empfohlen werden. 
  • Ergänzende Maßnahmen: In schweren Fällen kann eine stationäre Aufnahme erforderlich sein, um die intravenöse Gabe von Antibiotika und eine engmaschige Überwachung zu gewährleisten.

Präventionsmaßnahmen bei Nierenbeckenentzündung

Regelmäßige Blasenentleerung und ausreichende Flüssigkeitsaufnahme können helfen, das Risiko einer Harnwegsinfektion zu verringern. Eine gute Hygiene und das Vermeiden von übermäßigem Gebrauch von Reizstoffen können ebenfalls präventiv wirken. Bei wiederkehrenden Harnwegsinfektionen sollte eine weitergehende urologische Abklärung erfolgen, um zugrunde liegende Ursachen zu identifizieren und zu behandeln​.


Häufige Patientenfragen zur Nierenbeckenentzündung

Eine Nierenbeckenentzündung entsteht meist durch Bakterien, die von der Harnblase über die Harnleiter in das Nierenbecken aufsteigen. Häufig ist eine verschleppte Blasenentzündung die Ursache.

Die Behandlung erfolgt in der Regel mit Antibiotika, um die bakteriellen Erreger zu bekämpfen. Zusätzlich werden Schmerzmittel verabreicht, und es ist wichtig, viel zu trinken und Bettruhe einzuhalten.

Bei adäquater Behandlung mit Antibiotika bessern sich die Symptome meist innerhalb weniger Tage. Die gesamte Therapie dauert in der Regel ein bis zwei Wochen.

Ja, insbesondere wenn die akute Entzündung nicht vollständig ausheilt oder wiederholt auftritt, kann sie chronisch werden und langfristig die Nierenfunktion beeinträchtigen.

Maßnahmen zur Vorbeugung umfassen ausreichende Flüssigkeitszufuhr, regelmäßiges Wasserlassen, richtige Intimhygiene und das Vermeiden von Unterkühlung. Frauen sollten nach dem Stuhlgang von vorne nach hinten wischen, um das Eindringen von Darmbakterien in die Harnröhre zu verhindern.

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