Urologenzentrum Wien - Oligozoospermie unter einem Mikroskopbild von Spermien.

Oligozoospermie

Oligozoospermie bezeichnet eine verminderte Anzahl von Spermien im Ejakulat, die unterhalb der Norm liegt, was die Fruchtbarkeit beeinträchtigen kann. Bei dieser Erkrankung befindet sich die Spermienkonzentration unter dem von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) festgelegten Schwellenwert von 15 Millionen Spermien pro Milliliter. Oligozoospermie kann in milden, mittelschweren oder schweren Formen auftreten, abhängig von der Anzahl der Spermien im Ejakulat.

Ursachen von Oligozoospermie

Oligozoospermie kann durch verschiedene Faktoren verursacht werden, die entweder die Spermienproduktion beeinträchtigen oder den Transport von Spermien behindern. Zu den häufigsten Ursachen gehören:

  • Hormonelle Störungen: Eine Unterfunktion der Hypophyse oder des Hypothalamus kann die Produktion von Sexualhormonen beeinflussen, die für die Spermienbildung notwendig sind.
  • Varikozele: Eine Krampfaderbildung im Hodensack, die den Blutfluss beeinträchtigt und die Spermienproduktion stört.
  • Infektionen: Sexuell übertragbare Infektionen oder Harnwegsinfektionen können die Hoden oder Samenleiter schädigen und zu einer verminderten Spermienproduktion führen.
  • Genetische Ursachen: Chromosomenanomalien wie das Klinefelter-Syndrom oder Mutationen, die die Spermienbildung beeinflussen, können zu Oligozoospermie führen.
  • Lebensstilfaktoren: Rauchen, Alkoholmissbrauch, Übergewicht und Umweltfaktoren wie Toxine oder Strahlenbelastung können die Spermienproduktion beeinträchtigen.
  • Hodenverletzungen: Verletzungen der Hoden oder vorherige Operationen im Genitalbereich können die Spermienproduktion oder den Spermientransport behindern.

Symptome von Oligozoospermie

  • In den meisten Fällen verursacht Oligozoospermie keine offensichtlichen Symptome, außer Schwierigkeiten bei der Zeugung eines Kindes.
  • In einigen Fällen kann es jedoch Anzeichen wie geschwollene Hoden, Hormonstörungen oder eine verminderte Libido geben, insbesondere wenn die Ursache hormonell oder genetisch bedingt ist.

Diagnose von Oligozoospermie

Die Diagnose beginnt mit einem Spermiogramm, um die Anzahl und Qualität der Spermien zu überprüfen. Weitere Tests können durchgeführt werden, um die Ursache zu ermitteln:

  • Hormonuntersuchungen: Bluttests zur Messung von Hormonen wie FSH, LH und Testosteron, um hormonelle Ursachen zu identifizieren.
  • Ultraschall der Hoden: Um strukturelle Probleme wie eine Varikozele oder Tumore zu erkennen.
  • Genetische Tests: Bei Verdacht auf genetische Ursachen können Karyotyp-Analysen oder spezielle genetische Untersuchungen durchgeführt werden.

Behandlungsmöglichkeiten bei Oligozoospermie

Die Behandlung richtet sich nach der zugrunde liegenden Ursache der Oligozoospermie:

  • Hormontherapie: Bei hormonellen Störungen kann eine Hormonbehandlung die Spermienproduktion verbessern.
  • Chirurgische Eingriffe: Eine Varikozele kann durch eine Operation behandelt werden, um den Blutfluss zu verbessern und die Spermienproduktion zu normalisieren.
  • Medikamentöse Behandlung: Antibiotika können bei Infektionen verschrieben werden, die die Hoden oder Samenleiter betreffen.
  • Assistierte Reproduktionstechniken (ART): Wenn die natürliche Zeugung schwierig ist, können Verfahren wie In-vitro-Fertilisation (IVF) oder intrazytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI) helfen, die Chancen auf eine erfolgreiche Schwangerschaft zu erhöhen.

Präventionsmaßnahmen bei Oligozoospermie

Es gibt keine spezifische Möglichkeit, Oligozoospermie vollständig zu verhindern. Ein gesunder Lebensstil mit einer ausgewogenen Ernährung, der Vermeidung von Rauchen, Alkoholmissbrauch und Umwelttoxinen sowie regelmäßige ärztliche Untersuchungen können jedoch das Risiko verringern. Frühe Erkennung und Behandlung von Infektionen und hormonellen Störungen sind ebenfalls entscheidend.


Häufige Patientenfragen zur Oligozoospermie

Ja, es ist möglich, jedoch kann es länger dauern. Die Chancen hängen vom Grad der Oligozoospermie ab. Bei schwerer Oligozoospermie kann die natürliche Empfängnis erschwert sein.

Faktoren wie Rauchen, übermäßiger Alkoholkonsum, Drogenkonsum, bestimmte Medikamente, Umweltgifte und Übergewicht können die Spermienproduktion beeinträchtigen.

Je nach Ursache können hormonelle Therapien, chirurgische Eingriffe oder assistierte Reproduktionstechniken wie die intrazytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI) in Betracht gezogen werden.

Die Diagnose erfolgt durch ein Spermiogramm, bei dem die Spermienkonzentration im Ejakulat gemessen wird. Werte unter 15 Millionen Spermien pro Milliliter gelten als Oligozoospermie.

Ja, eine gesunde Ernährung, regelmäßige Bewegung, Verzicht auf Rauchen und Alkohol sowie Stressreduktion können die Spermienqualität positiv beeinflussen.

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