Urologenzentrum Wien - Pollakisurie bei einer Person, häufiger Harndrang und Beschwerden der Blase.

Pollakisurie

Pollakisurie ist das häufige Wasserlassen in kleinen Mengen, ohne dass die Gesamtmenge des produzierten Urins erhöht ist. Betroffene müssen häufig zur Toilette, aber es wird jedes Mal nur eine kleine Menge Urin ausgeschieden. Pollakisurie ist ein Symptom, das auf verschiedene zugrunde liegende Erkrankungen hinweisen kann, insbesondere auf Reizungen oder Infektionen der Harnwege.

Ursachen von Pollakisurie

Die häufigsten Ursachen für Pollakisurie sind:

  • Harnwegsinfektionen (HWI): Bakterielle Infektionen der Blase (Zystitis) oder der Harnröhre verursachen häufig Reizungen, die zu häufigem Wasserlassen führen.
  • Blasenentzündung: Chronische Entzündungen der Blase, z.B. interstitielle Zystitis, führen ebenfalls zu Pollakisurie.
  • Reizblase (überaktive Blase): Diese Erkrankung führt zu unwillkürlichen Kontraktionen der Blase, wodurch der Harndrang verstärkt wird.
  • Prostataprobleme: Bei Männern kann eine vergrößerte Prostata (benigne Prostatahyperplasie, BPH) Druck auf die Harnröhre ausüben und zu häufigem Wasserlassen führen.
  • Diabetes: Bei schlecht eingestelltem Diabetes kann Pollakisurie aufgrund des erhöhten Flüssigkeitsverlusts durch den Urin auftreten.
  • Schwangerschaft: Der wachsende Uterus kann auf die Blase drücken und so häufigeren Harndrang verursachen.

Symptome von Pollakisurie

  • Häufiger Harndrang, oft auch nachts (Nykturie)
  • Ausscheidung nur kleiner Mengen Urin bei jedem Toilettengang
  • Gefühl, die Blase nicht vollständig entleeren zu können
  • In einigen Fällen Schmerzen oder Brennen beim Wasserlassen (bei Harnwegsinfektionen)

Diagnose von Pollakisurie

Die Diagnose von Pollakisurie erfordert eine Untersuchung, um die zugrunde liegende Ursache zu identifizieren. Typische diagnostische Schritte umfassen:

  • Urinanalyse: Um auf Infektionen, Blut oder andere Anomalien im Urin zu testen.
  • Blasenscan (Ultraschall): Um den Füllstand der Blase und die Restharnmenge nach dem Wasserlassen zu bestimmen.
  • Blutzuckertests: Um Diabetes als mögliche Ursache auszuschließen oder zu bestätigen.
  • Zystoskopie: Eine endoskopische Untersuchung der Blase kann erforderlich sein, um strukturelle oder entzündliche Veränderungen festzustellen.

Behandlungsmöglichkeiten bei Pollakisurie

Die Behandlung hängt von der zugrunde liegenden Ursache ab:

  • Antibiotika: Bei bakteriellen Harnwegsinfektionen wird eine Antibiotikatherapie verordnet.
  • Medikamente zur Behandlung der überaktiven Blase: Diese Medikamente helfen, die Blasenmuskulatur zu entspannen und die Häufigkeit des Wasserlassens zu reduzieren.
  • Prostatamedikamente: Bei Männern mit vergrößerter Prostata können Medikamente wie Alpha-Blocker oder 5-Alpha-Reduktase-Hemmer eingesetzt werden, um den Urinfluss zu verbessern.
  • Diabetesmanagement: Bei Diabetes kann die richtige Einstellung des Blutzuckerspiegels helfen, die Pollakisurie zu reduzieren.
  • Verhaltenstherapie: Blasentraining und Beckenbodengymnastik können helfen, die Blasenkontrolle zu verbessern und die Symptome zu lindern.

Präventionsmaßnahmen bei Pollakisurie

Die Prävention von Pollakisurie hängt von der Ursache ab. Eine gute Blasenhygiene, die Vermeidung von Harnwegsinfektionen durch ausreichendes Trinken und das regelmäßige Entleeren der Blase sind hilfreich. Eine frühzeitige Behandlung von Blasen- oder Prostataproblemen sowie die richtige Einstellung des Blutzuckerspiegels bei Diabetes können ebenfalls das Risiko einer Pollakisurie verringern.


Häufige Patientenfragen zur Pollakisurie

Pollakisurie bezeichnet einen häufigen Harndrang mit der Entleerung kleiner Urinmengen, wobei die tägliche Gesamturinmenge normal bleibt.

Häufige Ursachen sind Harnwegsinfektionen wie Blasenentzündungen, Prostataerkrankungen bei Männern, Blasensteine, Tumore im Harntrakt oder neurologische Störungen.

Die Diagnose erfolgt durch eine ausführliche Anamnese, körperliche Untersuchung und Urinanalysen. Bildgebende Verfahren wie Ultraschall können zur weiteren Abklärung eingesetzt werden.

Die Therapie richtet sich nach der zugrunde liegenden Ursache. Bei bakteriellen Infektionen werden Antibiotika eingesetzt, bei Prostatavergrößerungen können Medikamente oder operative Maßnahmen erforderlich sein. Auch Blasentraining und Beckenbodengymnastik können hilfreich sein.

Ja, psychische Faktoren wie Stress können eine Rolle spielen und zu häufigem Harndrang beitragen.

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