Urologenzentrum Wien - Proteinurie im Urin anhand eines Teststreifens, der den Eiweißgehalt im Urin zeigt.

Proteinurie

Proteinurie bezeichnet das Vorhandensein von Eiweiß (Proteinen) im Urin, was auf eine Funktionsstörung der Nieren hinweisen kann. Normalerweise filtern die Nieren Blut, wobei sie Abfallstoffe ausscheiden und gleichzeitig nützliche Substanzen, wie Proteine, zurückhalten. Bei einer Proteinurie gelangen jedoch Proteine, meist Albumin, in den Urin. Dies kann ein Zeichen für Nierenschäden oder andere Erkrankungen sein.

Ursachen von Proteinurie

Proteinurie kann durch verschiedene Erkrankungen oder temporäre Zustände ausgelöst werden, die die Nierenfunktion beeinträchtigen. In vielen Fällen ist sie ein Anzeichen für eine ernsthafte Grunderkrankung, die die Filterfunktion der Nieren stört. Es gibt jedoch auch weniger schwerwiegende Ursachen.

  • Nierenerkrankungen: Erkrankungen wie Glomerulonephritis, diabetische Nephropathie oder Nierenversagen können die Filterfunktion der Nieren beeinträchtigen, was zu einem Verlust von Proteinen im Urin führt.
  • Hypertonie (Bluthochdruck): Langfristig erhöhter Blutdruck kann die Nieren schädigen und Proteinurie verursachen.
  • Diabetes mellitus: Bei unkontrolliertem Diabetes kann es zu Schäden an den Nierengefäßen kommen, was zu einer vermehrten Ausscheidung von Proteinen führt.
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Erkrankungen des Herzens oder der Blutgefäße können die Nierenfunktion beeinträchtigen und zu Proteinurie führen.
  • Infektionen oder Entzündungen: Infektionen der Harnwege oder Nierenentzündungen können die Ursache sein.
  • Starke körperliche Belastung: Vorübergehende Proteinurie kann auch durch intensiven Sport oder körperliche Anstrengung ausgelöst werden.

Symptome von Proteinurie

  • Schäumender Urin
  • Schwellungen (Ödeme), insbesondere an den Beinen, Knöcheln oder im Gesicht
  • Unwohlsein oder Müdigkeit
  • Bluthochdruck
  • Geringe oder dunkle Urinausscheidung

Diagnose von Proteinurie

Die Diagnose von Proteinurie erfolgt durch eine Urinanalyse, bei der der Eiweißgehalt im Urin gemessen wird. Eine 24-Stunden-Sammelurinprobe kann durchgeführt werden, um die genaue Menge an Protein im Urin zu bestimmen. Falls eine Nierenerkrankung vermutet wird, können weitere Tests wie Blutuntersuchungen, Nierenfunktionstests oder eine Nierenbiopsie erforderlich sein.

Behandlungsmöglichkeiten bei Proteinurie

Die Behandlung von Proteinurie richtet sich nach der zugrunde liegenden Ursache. In vielen Fällen zielt die Therapie darauf ab, die Nierenfunktion zu schützen und den Proteinverlust zu reduzieren. Eine enge Überwachung und gezielte Behandlung können das Fortschreiten von Nierenschäden verhindern. Je nach Ursache können folgende Maßnahmen ergriffen werden:

  • Medikamentöse Behandlung: Bei Bluthochdruck oder Diabetes können Medikamente wie ACE-Hemmer oder Angiotensin-II-Rezeptorblocker verschrieben werden, um die Nieren zu schützen und den Proteinverlust zu verringern.
  • Diätanpassungen: Eine Reduktion der Eiweißzufuhr oder eine natriumarme Ernährung kann in manchen Fällen helfen, den Proteinverlust zu reduzieren.
  • Behandlung der Grunderkrankung: Wenn eine Infektion, Entzündung oder eine andere Grunderkrankung die Proteinurie verursacht, wird diese entsprechend behandelt.
  • Nierenersatztherapie: In schweren Fällen von Nierenschäden kann eine Dialyse oder Nierentransplantation notwendig sein.

Präventionsmaßnahmen bei Proteinurie

Eine gesunde Lebensweise mit einer ausgewogenen Ernährung, ausreichend Bewegung und der Kontrolle von Risikofaktoren wie Bluthochdruck und Diabetes kann dazu beitragen, Proteinurie zu verhindern. Regelmäßige ärztliche Kontrollen und die frühzeitige Behandlung von Nierenerkrankungen sind ebenfalls wichtig, um das Fortschreiten von Nierenschäden zu vermeiden.


Häufige Patientenfragen zur Proteinurie (Eiweiß im Urin)

Es gibt verschiedene Formen der Proteinurie: Die prärenale Proteinurie entsteht durch ein Überangebot an Proteinen im Blut, die die Nierenfiltration überlasten. Die renale Proteinurie resultiert aus einer direkten Schädigung der Nierenfilter, wodurch Proteine in den Urin gelangen. Die postrenale Proteinurie tritt auf, wenn Proteine aufgrund von Entzündungen oder Blutungen in den ableitenden Harnwegen in den Urin gelangen. Zudem gibt es die funktionelle Proteinurie, die vorübergehend bei Faktoren wie körperlicher Anstrengung, Stress oder Fieber auftreten kann.

Die Diagnose erfolgt zunächst durch einen Urinteststreifen, der das Vorhandensein von Eiweiß im Urin anzeigt. Bei auffälligen Befunden wird eine quantitative Bestimmung des Proteingehalts im Urin durchgeführt, oft mittels einer 24-Stunden-Sammelurinprobe. Zusätzlich können Bluttests zur Beurteilung der Nierenfunktion und bildgebende Verfahren zur Identifizierung möglicher Ursachen eingesetzt werden.

Unbehandelte Proteinurie kann auf fortschreitende Nierenschäden hinweisen, die letztlich zu einer chronischen Niereninsuffizienz führen können. Zudem erhöht eine persistierende Proteinurie das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall.

Ja, eine sogenannte benigne Proteinurie kann vorübergehend unter bestimmten Bedingungen wie intensiver körperlicher Aktivität, Stress, Fieber oder Dehydrierung auftreten und verschwindet in der Regel nach Beseitigung des auslösenden Faktors.

Eine gesunde Lebensweise mit ausgewogener Ernährung, regelmäßiger körperlicher Aktivität und der Kontrolle von Risikofaktoren wie Bluthochdruck und Diabetes kann dazu beitragen, das Risiko für Proteinurie zu verringern. Regelmäßige ärztliche Kontrollen sind wichtig, um frühzeitig mögliche Nierenschäden zu erkennen und zu behandeln.

Verwandte Artikel

Cookies