Urologenzentrum Wien - Senkniere: Darstellung der Lageveränderung der Niere bei einer Person mit Senkniere.

Senkniere

Eine Senkniere, auch Nephroptose genannt, ist eine Erkrankung, bei der eine oder beide Nieren aus ihrer normalen Position im Bauchraum nach unten in das Becken absinken. Diese Verschiebung kann verschiedene Beschwerden verursachen und die Nierenfunktion beeinträchtigen.

Ursachen von Senkniere

Senkniere wird häufig durch eine Schwäche der Bänder und des umgebenden Gewebes verursacht, die die Nieren in ihrer Position halten. Häufige Ursachen sind rascher Gewichtsverlust, Schwäche der Bauchmuskulatur, häufige körperliche Anstrengung oder schweres Heben und angeborene Bindegewebsschwäche.

Symptome von Senkniere

  • Schmerzen in der Flanke oder im unteren Rücken, die sich bei aufrechter Haltung verschlimmern
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Harnwegsinfektionen
  • Blut im Urin (Hämaturie)
  • Müdigkeit und allgemeines Unwohlsein

Diagnose von Senkniere

Die Diagnose erfolgt durch eine körperliche Untersuchung und bildgebende Verfahren wie Ultraschall, intravenöse Pyelographie (IVP) oder Computertomographie (CT). Urin- und Bluttests werden durchgeführt, um Anzeichen von Harnwegsinfektionen oder Hämaturie zu erkennen.

Behandlungsmöglichkeiten bei Senkniere

  • Konservativ: Bei milden Fällen werden Bettruhe, das Tragen eines Stützkorsetts und die Vermeidung schwerer körperlicher Aktivitäten empfohlen. 
  • Medikamentös: Schmerzmittel und Antibiotika zur Behandlung von Infektionen können verschrieben werden. 
  • Operativ: Bei schweren Symptomen oder Komplikationen kann eine Nephropexie (chirurgische Befestigung der Niere) erforderlich sein, um die Niere wieder in ihre normale Position zu bringen und zu fixieren.

Präventionsmaßnahmen bei Senkniere

Zur Prävention von Senkniere sollten plötzliche Gewichtsverluste vermieden und die Bauchmuskulatur gestärkt werden. Das Heben schwerer Lasten sollte mit Vorsicht erfolgen, und bei den ersten Anzeichen von Beschwerden sollte ein Arzt konsultiert werden, um eine frühzeitige Diagnose und Behandlung zu ermöglichen.


Häufige Patientenfragen zur Senkniere

Risikofaktoren für eine Senkniere (Nephroptose) umfassen extremes Untergewicht, schnelle Gewichtsabnahme, schwaches Bindegewebe sowie eine genetische Veranlagung. Frauen sind häufiger betroffen als Männer, und ein schwacher Muskeltonus kann das Risiko ebenfalls erhöhen.

Ja, gezielte Übungen zur Stärkung der Bauch- und Rückenmuskulatur können helfen, die Position der Niere zu stabilisieren. Physiotherapie und Übungen wie das Anheben der Beine und der Aufbau der Rumpfmuskulatur sind oft empfehlenswert, um die Körpermitte zu stärken und die Belastung der Nieren zu verringern.

Eine Operation ist nur in schweren Fällen erforderlich, wenn die Senkniere starke Schmerzen oder Funktionsstörungen verursacht. Bei leichteren Formen können konservative Behandlungen wie Physiotherapie und das Tragen eines Stützkorsetts ausreichend sein.

In den meisten Fällen hat eine Senkniere keinen wesentlichen Einfluss auf die Nierenfunktion. Bei schweren Senkungen kann es jedoch zu einer Beeinträchtigung des Harnflusses kommen, was das Risiko für Harnwegsinfektionen und Nierensteine erhöhen kann.

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