Urologenzentrum Wien - Harnröhrenkarunkel bei einer Person, Darstellung des Harnleiters und der Blase.

Sofortige Behandlung von Harnwegsinfektionen

Harnwegsinfektionen (HWI) gehören zu den häufigsten urologischen Erkrankungen. Sie entstehen durch das Eindringen von Bakterien in die Harnwege und betreffen oft die Blase, können aber unbehandelt bis zu den Nieren aufsteigen. Besonders Frauen sind aufgrund der kürzeren Harnröhre anfälliger für diese Infektionen. Die Symptome sind unangenehm und beeinträchtigen die Lebensqualität – dazu gehören Brennen beim Wasserlassen, häufiger Harndrang und Schmerzen im Unterbauch. Eine frühzeitige Behandlung ist entscheidend, um Komplikationen zu vermeiden und eine schnelle Genesung zu fördern.

Warum ist eine rechtzeitige Behandlung wichtig?

Eine nicht oder zu spät behandelte Harnwegsinfektion kann schwerwiegende gesundheitliche Folgen haben. Wird die Infektion nicht frühzeitig gestoppt, können sich die Bakterien weiter ausbreiten und schwerere Erkrankungen wie eine Nierenbeckenentzündung verursachen. Darüber hinaus kann eine chronische Blasenentzündung entstehen, die langfristig die Lebensqualität stark einschränkt.

Vermeidung von Komplikationen – Eine schnelle Therapie verhindert das Aufsteigen der Infektion in die Nieren.
Linderung der Beschwerden – Schmerzen, Brennen und häufiger Harndrang lassen sich rasch reduzieren.
Schutz vor chronischen Infektionen – Wiederkehrende HWI können die Blasenfunktion beeinträchtigen.
Vermeidung von Antibiotikaresistenzen – Eine gezielte Behandlung verhindert, dass immer stärkere Medikamente notwendig werden.

Symptome einer Harnwegsinfektion

Die Symptome einer HWI können variieren, sind jedoch in den meisten Fällen eindeutig. Typische Anzeichen sind:

• Brennen oder Schmerzen beim Wasserlassen
• Ständiger Harndrang, auch wenn nur geringe Mengen Urin abgegeben werden
• Trüber oder unangenehm riechender Urin
• Druckgefühl oder Schmerzen im Unterbauch
• In schweren Fällen Fieber und allgemeines Krankheitsgefühl

Erste Maßnahmen bei Symptomen

Wer erste Anzeichen einer Harnwegsinfektion bemerkt, kann mit einfachen Maßnahmen die Beschwerden lindern und den Heilungsprozess unterstützen. Eine erhöhte Flüssigkeitszufuhr hilft, Bakterien aus der Blase zu spülen, während Wärmeanwendungen krampfartige Schmerzen reduzieren können. Auf Kaffee, Alkohol und stark gewürzte Speisen sollte vorerst verzichtet werden, da sie die Blasenschleimhaut zusätzlich reizen.

Besonders wichtig ist es, die Blase regelmäßig und vollständig zu entleeren. Ein Zurückhalten von Urin fördert die Vermehrung von Keimen. Wer häufig unter Harnwegsinfektionen leidet, kann mit pflanzlichen Präparaten wie Cranberry-Extrakt oder D-Mannose die Infektanfälligkeit reduzieren.

Wann sollte ein Arzt aufgesucht werden?

Nicht jede Harnwegsinfektion erfordert sofort eine Antibiotikatherapie, doch es gibt klare Warnzeichen, bei denen ärztlicher Rat unumgänglich ist:

• Wenn die Symptome länger als zwei Tage anhalten oder sich verschlimmern
• Bei Fieber, Schüttelfrost oder Flankenschmerzen (Hinweis auf Nierenbeteiligung)
• Wenn der Urin blutig ist
• Bei häufig wiederkehrenden Infektionen

Behandlungsmöglichkeiten

Die Therapie richtet sich nach der Schwere der Infektion. In leichten Fällen kann eine erhöhte Flüssigkeitszufuhr in Kombination mit pflanzlichen Mitteln bereits helfen. In den meisten Fällen ist jedoch eine Antibiotikabehandlung notwendig, um die Bakterien schnell und effektiv zu bekämpfen. Zusätzlich können Schmerzmittel eingesetzt werden, um das Brennen beim Wasserlassen zu lindern.

Neben der medikamentösen Therapie spielt auch die Unterstützung der natürlichen Abwehrkräfte eine wichtige Rolle. Prä- und Probiotika helfen, die Darm- und Vaginalflora zu stabilisieren, wodurch das Risiko für erneute Infektionen reduziert wird.

Vorbeugung von Harnwegsinfektionen

Wer regelmäßig unter HWI leidet, kann mit einfachen Maßnahmen das Infektionsrisiko senken:

Ausreichendes Trinken – Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr fördert die Durchspülung der Harnwege und hilft, Bakterien aus dem Körper zu entfernen.
Richtige Toilettenhygiene – Nach dem Toilettengang immer von vorne nach hinten wischen.
Unterkühlung vermeiden – Kalte Sitzflächen und nasse Badebekleidung fördern Infektionen.
Intimhygiene beachten – Milde, pH-neutrale Pflegeprodukte verwenden, Vaginalduschen vermeiden.
Geschützten Geschlechtsverkehr praktizieren – Kondome verringern das Infektionsrisiko.
Blase regelmäßig entleeren – Keime werden so schneller aus dem Körper ausgeschieden.

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