
Überaktive Blase
Ursachen von überaktiver Blase
Die genaue Ursache der überaktiven Blase ist oft unklar, aber es gibt mehrere Faktoren, die zur Entwicklung der Erkrankung beitragen können. Häufig ist eine Überaktivität der Blasenmuskulatur die Ursache, bei der die Blase auch dann Kontraktionen ausführt, wenn sie nicht voll ist. Neurologische Störungen wie Multiple Sklerose, Parkinson oder Schlaganfälle können ebenfalls die Nerven, die die Blase steuern, beeinträchtigen. Harnwegsinfektionen oder chronische Blasenentzündungen können die Blase reizen und zu einer überaktiven Blase führen.
Symptome von überaktiver Blase
- Häufiges Wasserlassen, oft mehr als 8 Mal am Tag
- Plötzlicher, intensiver Harndrang, der schwer zu kontrollieren ist
- Unwillkürlicher Harnverlust (Inkontinenz), besonders nach einem plötzlichen Harndrang
- Nächtlicher Harndrang (Nykturie), der Schlafstörungen verursachen kann
Diagnose von überaktiver Blase
Die Diagnose einer überaktiven Blase erfolgt durch eine Anamnese, bei der die Symptome des Patienten besprochen werden. Urologische Tests wie eine Urinuntersuchung werden durchgeführt, um andere Erkrankungen wie Infektionen auszuschließen. Urodynamische Tests können verwendet werden, um die Funktionsweise der Blase zu beurteilen, insbesondere, wie gut sie Harn speichert und abgibt. Eine Zystoskopie kann helfen, strukturelle Anomalien oder Entzündungen in der Blase festzustellen.
Behandlungsmöglichkeiten bei überaktiver Blase
- Blasentraining: Durch regelmäßiges Blasentraining kann der Betroffene lernen, den Harndrang besser zu kontrollieren und die Intervalle zwischen den Toilettengängen zu verlängern.
- Medikamentöse Therapie: Anticholinergika und andere Medikamente, die die Blasenmuskulatur entspannen, werden oft verschrieben, um die Symptome zu lindern.
- Botox-Injektionen: In schweren Fällen kann Botox in die Blasenwand injiziert werden, um die Muskelkontraktionen zu reduzieren und den Harndrang zu kontrollieren.
- Nervenstimulation (Neuromodulation): Ein Verfahren, bei dem Nerven, die die Blasenfunktion steuern, stimuliert werden, um die Symptome zu verbessern. Dies kann sowohl durch minimalinvasive als auch chirurgische Eingriffe erreicht werden.
Präventionsmaßnahmen bei überaktiver Blase
Es gibt keine spezifischen Präventionsmaßnahmen für eine überaktive Blase, da die Ursachen oft vielfältig sind. Eine gesunde Blase kann jedoch durch den Verzicht auf blasenreizende Substanzen wie Koffein, Alkohol und stark gewürzte Speisen gefördert werden. Regelmäßiges Blasentraining, ausreichend Bewegung und die Kontrolle des Körpergewichts können ebenfalls helfen, das Risiko für eine überaktive Blase zu verringern.
Häufige Patientenfragen zur überaktiven Blase (OAB)
Ja, Stress kann die Symptome einer überaktiven Blase verschlimmern, da er die Blasenmuskulatur beeinflussen und die Kontrolle über den Harndrang erschweren kann.
Bestimmte Lebensmittel wie Koffein, Alkohol, scharfe Speisen und Zitrusfrüchte können die Blase reizen und die Symptome verschlimmern. Eine Anpassung der Ernährung kann helfen, Beschwerden zu lindern.
Ja, Beckenbodentraining kann helfen, die Kontrolle über den Harndrang zu verbessern, indem die Muskulatur, die für die Blasenfunktion zuständig ist, gestärkt wird.
Obwohl die Wahrscheinlichkeit mit dem Alter steigt, ist eine überaktive Blase keine normale Folge des Alterns und sollte bei Beschwerden medizinisch abgeklärt werden.
Die Symptome können durch gezielte Therapie und Änderungen des Lebensstils deutlich verbessert werden. Eine vollständige Heilung hängt jedoch von der Ursache ab und ist nicht immer möglich.
Blasentagebuch
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